Studientag im Steinatal: Unglaubliche Geschichten für ein besseres Morgen

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Studientag in der Melanchthonschule: Dana Giesecke (links) und Raffaela Then referierten.

Steinatal. Sich kostenlos nehmen, was man braucht oder einen Club wie Mainz 05 klimaneutral machen: Über solche Projekte für morgen sprachen zwei Berlinerinnen im Steinatal.

„Der Mensch ist ein Geschichten erzählendes Tier“, zitierte Dana Giesecke den Schriftsteller Umberto Eco und verdeutlichte mit dem Zitat die Arbeit ihrer gemeinnützigen Stiftung „Futurzwei“. Die Soziologin war mit ihrer Kollegin Raffaela Then am Mittwoch aus Berlin zum pädagogisch-theologischen Studientag in die Melanchthon-Schule gekommen, um von der Verantwortung des Individuums in einer globalisierten Welt zu berichten.

Organisiert vom Evangelischen Forum Schwalm-Eder und dem Religionspädagogischen Institut der hessischen Landeskirchen lauschten Lehrer und Pfarrer den beiden Referentinnen.

Es gebe viele engagierte Bürger, die sich mit ihrem Tun für eine gerechtere Welt einsetzten, so Giesecke. Um die Initiativen zu stärken, den Menschen das Gefühl zu nehmen, sie stünden allein mit ihrem Engagement, sei 2012 die Stiftung entstanden. „Wir sind eine Kommunikationsagentur für Projekte“, so die Soziologin.

Mit abstrakten Begriffen wie beispielsweise Klimakatastrophe seien die Menschen nicht erreichbar, eine gut erzählte Geschichte jedoch gebe Orientierung und lade zum Nachdenken und Mitmachen ein. Raffaela Then berichtete von einer Frau, die einen alten Paketlaster zu einem Tauschmobil umgebaut hat. Jeden Markttag stehe sie im Prenzlauer Berg in Berlin auf dem Platz.

Ins Gespräch kommen 

Kostenlos dürfe jeder mitnehmen, was er braucht, und dafür einen Gegenstand dalassen, der für ihn keinen Nutzen mehr habe. „Die Menschen fühlen sich beschenkt und kommen miteinander ins Gespräch“, sagte Then. Eine andere Geschichte handelte von einer Modedesignerin, die in ihrem Veränderungsatelier aus gebrauchter Kleidung neue tragbare Mode schneidert. „Vorhandenes wird nicht weggeworfen, sondern veredelt“, so Dana Giesecke. Es seien aber nicht nur einzelne Menschen, die sich engagierten, berichtete die Berlinerin.

Fußballclub mit Ideen 

Mit vielen Ideen habe der Fußballclub Mainz 05 es geschafft, der erste klimaneutrale Bundesligaverein zu sein. Fans, die mit dem Fahrrad oder dem Bus anreisten, würden mit kleinen Geschenken belohnt. „Da bekommen die Radler dann eine Extrawurst“, sagte Then.

• Weitere Geschichten vom guten Umgang mit der Welt finden sich im Internet unter www.futurzwei.org und im Zukunftsalmanach 2015/16, erschienen im Fischerverlag.

Von Christiane Decker

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