Unmut in Wasenberg: Winter ohne Buswartehäuschen steht bevor

Bushaltestelle Leimbacher Weg/ Schatteröder Weg in Wasenberg: Gegenüber würde ein Privatmann von seinem Grundstück Fläche für einen Unterstand abgeben. Um in den Bus zu steigen, müssten die Kinder dann allerdings die Straße überqueren. Fotos: Grede

Wasenberg. Das zweite Jahr besuchen 43 Wasenberger Grundschüler die neue gemeinsame Grundschule der Gemeinde Willingshausen, für einen Teil von ihnen steht ein weiterer Winter ohne ein Buswartehäuschen vor der Tür.

Wieviele Bushaltestellen gibt es in Wasenberg?

Es gibt zwei Bushaltestellen in dem Willingshäuser Ortsteil. Eine an der scharfen Kurve in der Hauptstraße mit einem Wartehaus und eine im Leimbacher Weg/Ecke Schatteröder Weg auf dem Gehweg.

Wer nutzt diese Haltepunkte?

Die Busstation in der Hauptstraße wird vom Linienverkehr und für die Grundschüler angefahren. Für die Kinder, die aus den südwestlich der Hauptstraße gelegenen Straßenzügen kommen, erschien der Straßenübergang in der Kurve zu gefährlich, erklärt Bürgermeister Heinrich Vesper. Deshalb gibt es eine weitere im Leimbacher Weg/Ecke Schatteröder Weg – ohne Überdachung. Sie wird nur von den Bussen für die Grundschüler angesteuert.

Warum gibt es im Leimbacher Weg keinen Unterstand für die Kinder?

Es ist kein Platz da. „Die Gehwege geben es nicht her“, so der Bürgermeister.

Es könnte im Leimbacher Weg auf einem Privatgrundstück ein Unterstand errichtet werden. Wie wurde das von Polizei und Kreis bewertet?

Kritisch: Zum einen müssten die Kinder die Straße überqueren, da die Busse immer die gegenüberliegende Seite ansteuern. Zum anderen erscheint es nicht möglich, „da sowohl die Polizei wie auch die NSE (Nahverkehr Schwalm-Eder) diesen Standort als sehr gefährlich einschätzen. Er liegt unmittelbar hinter der Einmündung und der Bus würde bis in den Einmündungsbereich hineinragen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist dieser Standort keine Option“, teilt Mike Stämmler vom Nahverkehr Schwalm-Eder mit.

Es gab Ortstermine, wurde da nach Alternativen gesucht?

Das jüngste Treffen mit Vertretern der Polizei, der Gemeinde, des Landkreises und der Eltern ist schon fast ein Jahr her – und immer ist noch nichts passiert, wundert sich Elternbeirätin Nadine Langstädtler. Nicht nur bei ihr wächst der Unmut, auch Ortsvorsteherin Andrea Glintzer unterstreicht das. Zumal bei dem Ortstermin Einigkeit darüber geherrscht habe, die Bushaltestelle in Richtung des Spielplatzes im Schatteröder Weg zu verlegen.

Welche Vor- und Nachteile bietet ein möglicher Standort am Spielplatz im Schatteröder Weg?

Pro: An dieser Stelle sei ein gefahrenloses Ein- und Aussteigen sowie Warten für die Grundschulkinder möglich, bewerteten Polizei und NSE diesen Standort beim Ortstermin. Kontra: Die Bushaltestelle samt Unterstand müsste sich nach gesetzlichen Vorgaben mittig des Spielplatzes befinden, damit würde die komplette Anlage des Spielplatzes zerstört, zentrale Spielgeräte müssten verschwinden, befürchtet man seitens der Gemeindeverwaltung. Auch der Bereich des benachbarten Bauplatzes, noch Eigentum der Gemeinde, wird dort mit Vorbehalt gesehen: Als Baugrund ginge das Areal verloren.

Wie geht es jetzt weiter für die Wasenberger Grundschüler?

„Der Wille, eine Lösung zu finden, ist da“, sagt Vesper. Das soll sich in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstag, 26. Oktober, zeigen.

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