Dennoch Hoffnung

Kunsthalle Willingshausen: Vertrag wird nicht verlängert

Die Aussichten: In der kommenden Woche wird die Gesellschafterversammlung entscheiden, ob der Betrieb in der Kunsthalle in Willingshausen weiterhin professionell organisiert wird. Fotos:  Grede

Willingshausen. Über der Kunsthalle am Gerhardt-von-Reutern-Haus liegt so etwas wie Abschiedsstimmung. Dort baut die Künstlerin Romina Abate ihre Ausstellung auf, mit der sie ihr Stipendium in Willingshausen ab Freitag krönen will.

Reinhold Schumann, befristeter Mitarbeiter der Willingshausen Touristik Betriebsgesellschaft (WTB), besetzt an seinem letzten Arbeitstag die Rezeption der Ausstellungshalle - und auch Kunsthallenleiterin Kati Werkmeister ist sich gewiss, dass zum Jahresende ihr Vertrag mit der WTB auslaufen wird. In der kommenden Woche wird darüber die Gesellschafterversammlung entscheiden.

Ausstellungseröffnung ist am heutigen Freitag: Stipendiatin Romina Abate (links) und Kunsthistorikerin Kati Werkmeister.

Für ihre Position in Willingshausen verspricht sie sich davon allerdings nicht mehr viel. Von Bürgermeister Heinrich Vesper sei ihr bereits mitgeteilt worden, dass im Gemeindevorstand abschlägig entschieden worden sei. Zwar sei ihr von Anfang an klar gewesen, dass sie nicht dauerhaft in Willingshausen arbeiten werde, jetzt fürchtet die Kunsthistorikerin allerdings um die Früchte ihrer dreieinhalbjährigen Arbeit. Darin, den Kunstbetrieb komplett auf ehrenamtliche Beine zu stellen, sieht sie keine Perspektive. „Das Niveau wird zurück gefahren.“ Die Thielmann-Austellung habe allein am vergangenen Wochenende mehr als 200 Besucher angezogen. Sie sieht nicht, „wer so etwas künftig für umsonst stemmen will“. Der kulturelle Schatz in Willingshausen müsse einfach weiter gepflegt werden.

Bürgermeister Vesper bestätigt, dass es Veränderungen in der Kunsthalle geben wird, und der Vertrag der Kunsthallenleiterin wohl nicht verlängert wird. Diese Stelle sei mit der Organisation des Euro-Art-Treffens verbunden gewesen. Das Problem der Gemeinde: das liebe Geld. Das kulturelle Erbe der Schwalm sei das eine, die finanziellen Zwänge der Gemeinde das andere. Dennoch müsse es weiter gehen. Und von einer Schließung der Kunsthalle sei nicht die Rede. Dann sei vermehrt wieder ehrenamtliches Engagement gefragt.

Da wo auf der einen Seite der Kunstbetrieb am Wanken scheint, zeichnet sich auf der anderen Seite ein Lichtstreifen am Horizont ab: Die Planungen für den Umbau des Gerhardt-von-Reutern-Hauses - und damit verbunden die Erweiterung des Museums Malerstübchen - gehen voran. Der Willingshäuser Kirchenvorstand habe in dieser Woche den Abschluss einer Modernisierungsvereinbarung beschlossen, erklärte Paul Dippel, stellvertretender Vorsitzender der Vereinigung Malerstübchen. Damit und mit weiteren Gesprächen mit der Kirche werde der Weg frei für den Umzug der im Gerhardt-von-Reutern-Haus ansässigen Vereine ins Alte Pfarrhaus.

Der Vorsitzende der Malerstübchen-Vereinigung Helmut Geißel ist sich sicher, „es wird weitergehen“. Von Anfang an sei die Stellenbesetzung mit Kati Werkmeister als Projekt ausgelegt gewesen. Wirtschaftliches Denken und Handeln sei gefragt. „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen.“ Erste Planungen für das kommende Jahr gebe es bereits. So solle es im Frühjahr eine Kurt- Reuber-Ausstellung geben. Auch wollen Mitglieder der Vereinigung ihre Werke präsentieren.

Von Sylke Grede

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