Patrouille durch die Hitze

Unterstützung von Flugzeugen: Jägerbataillon übt in der Schwalm 

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Fokussiert: Mit knapp 40 Kilogramm Ausrüstung, inklusive Waffe, Helm und großem Funkgerät waren Soldaten der 5. Kompanie des Jägerbataillons bei Willingshausen unterwegs.

Willingshausen. Knapp zwei Stunden kreiste am Dienstagnachmittag ein Flugzeug über der Gemeinde Willingshausen.

Die Maschine der zivilen Firma E.I.S. Aircraft war aber nicht gekommen um Luftbilder zu schießen, sondern ist wesentlicher Bestandteil einer Übung des Jägerbataillons aus Schwarzenborn. Zurzeit läuft rund um die Malerkolonie die Übung „Summersale“ des Feuerunterstützungszugs der fünften Kompanie.

Noch bis Freitag üben Fliegerleitoffiziere (Joint Terminal Attac Controller oder JTACs in Willingshausen unter möglichst realen Bedingungen die Koordination von Flugzeugen mit Bodentruppen. Im Einsatz sind 30 Soldaten mit einem Spähwagen und mehreren Radfahrzeugen. Als Feind diente den Soldaten am Dienstag unter anderem das leichte Kettenfahrzeug Wiesel.

Teamführer Oberleutnant Frederic Jakobi erklärte: „Ein Feuerunterstützungsteam besteht aus sechs Soldaten und teilt sich auf in Luft-Boden und Boden-Boden.“ Während der Boden-Boden-Trupp für den Einsatz von Artillerie, Mörsern und Schiffsartillerie verantwortlich ist, leitet der Luft-Boden Trupp Flugzeuge und Hubschrauber.

Den Luxus eines Fahrzeugs gab es für Soldaten am Dienstag nicht und so hieß es in der Mittagshitze marschieren. Mit knapp 40 Kilogramm Ausrüstung, inklusive Waffe, Helm und großem Funkgerät mussten sich die Soldaten bei 30 Grad Hitzetemperatur konzentriert ihren Weg durch Feld, Wald und Flur bahnen. Streckenweise ging es sprichwörtlich mitten durch die Pampa. Trotz der körperlichen Belastung sei es wichtig, dass ein Fliegerleitoffizier immer konzentriert bleibe, betonte Frederic Jakobi: „Wir sind dafür verantwortlich, dass die Waffen dort zur Wirkung kommen, wo wir es wollen.“

Perfektion um die Waffen präzise ihrem Ziel zuzuführen

Aufgabe des Fliegerleitoffiziers ist es, die Kampftruppe zu unterstützen und zu beraten. Auch die Planung und Durchführung des Waffeneinsatzes gehöre dazu, erklärte Jacobi: „Wir sind Perfektionisten, weil wir uns keine Fehler erlauben können.“

Durch die Pampa: Für die Soldaten ging es bei Willingshausen über Stock und Stein.

Am Dienstagnachmittag musste Oberleutnant Matthias Klingemann als JTAC mit seinem Luft-Boden Trupp einen fiktiven Infanteriezug bei einer angenommenen Stabilisierungsoperation sechs Kilometer rund um Willingshausen begleiten. Dabei stand der Offizier permanent im engen Kontakt mit dem kreisenden Flugzeug und gab die aus der Luft gewonnenen Aufklärungsergebnisse weiter. Gesprochen wird dabei Englisch.

Höhepunkt des Ausbildungsabschnitts war der simulierte Abwurf einer Bombe auf ein angenommenes Waffenlager rund 500 Meter außerhalb von Willingshausen. Ein Schiedsrichter bewertete während und nach der Übung jede Entscheidung des jungen Soldaten.

Auch wenn die Soldaten bei „Summersale“ manchmal mitten durch Gärten marschieren müssen, nehmen die Willingshäuser die Bundeswehrpräsenz gelassen hin. Vielleicht nicht repräsentativ aber sicher ein symbolisches Bild: Am Dienstag winkt eine Mutter mit Kind am Ortsrand den Jägern und die winken freundlich zurück – die Truppe ist willkommen.

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