Bürgermeisterwahl Willingshausen

Vom Motorradsattel ins Amt: Martin Grein tritt in Willingshausen an

Kandidat: Martin Grein (parteilos) möchte in Willingshausen Bürgermeister werden und stellt sich am 26. September dem Votum der Wähler.
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Kandidat: Martin Grein (parteilos) möchte in Willingshausen Bürgermeister werden und stellt sich am 26. September dem Votum der Wähler.

Der rote Faden im Leben von Martin Grein sind Motorräder. Er habe sein Hobby gewissermaßen zum Beruf gemacht, erzählt der 60-Jährige im Gespräch mit der HNA.

Willingshausen – Nach einigen beruflichen Stationen, bei denen es irgendwie immer um das Thema Motorrad ging, arbeitet der gebürtige Willingshäuser heute für den Industrieverband Motorrad Deutschland.

Dort ist er verantwortlich für Messen. Die der Gemeinschaft der Motorradfahrer oft nachgesagte Fähigkeit zum Aufbau von Netzwerken möchte Grein als Bürgermeister für die Gemeinde Willingshausen einsetzen.

Zwei Konstanten im Leben von Martin Grein

Es gibt zwei weitere Konstanten in der Vita des Parteilosen: Reserveoffizier bei der Bundeswehr und berufliche und private Auslandsaufenthalte. Mit 60 Jahren nun etwas ganz anderes: Am 26. September stellt sich Martin Grein zur Wahl als Bürgermeister Willingshausens. Gegenkandidat ist Luca Fritsch.

Dass er seit Jahren nur seinen Zweitwohnsitz in der Gemeinde hat, sieht der Vater eines Sohnes nicht als Nachteil, sondern vielmehr als Stärke.

Durch den Blick von außen sei es möglich, manche Sachen klarer und ohne parteipolitische Färbung oder Kirchturmdenken zu sehen, ist er überzeugt. Die Leidenschaft für das Motorrad hat Grein in seinem Leben oft ins Ausland geführt. Trotzdem sieht er seine Wurzeln in der Schwalm. Greins Mutter lebt nach wie vor in dem Dorf.

Alle vierzehn Tage in Willingshausen

Er versuche, alle vierzehn Tage nach Willingshausen zu kommen, sagt der 60-Jährige. Greins Bruder und seine Schwester verstarben, die drei Kinder der Schwester leben bei Martin Greins Mutter. Auch das sei ein Grund, warum es ihn immer wieder in die Heimat ziehe, so der Projektmanager, der in der Gemeinde viel Potenzial unter anderem im Tourismus sieht.

Dabei denkt er durchaus auch an Motorradfahrer und sagt schmunzelnd: „Egal, aus welcher Richtung man in die Schwalm kommt, die letzte Kurve ist immer die schönste.“ Kindheit und Jugend verbrachte der Bürgermeisterkandidat in seiner Heimatgemeinde.

Nach dem Abitur ging es zur Bundeswehr. Mittlerweile leistet Grein als Reserveoffizier Dienst im Kreisverbindungskommando Duisburg und hat den Dienstgrad Oberstleutnant erreicht. Die Erfahrungen, die er dort habe sammeln können, seien auch in der Verwaltungsarbeit hilfreich, ist Grein überzeugt: „Die Bundeswehr ist mittlerweile ein größerer Teamplayer als manch anderer Arbeitgeber.“

Schnellster Motorradfahrer der Gegend

Auf die Bundeswehrzeit folgte ein Studium der Sozialwissenschaften in Marburg. Da die Teilnahme an Motorradrennen immer mehr Zeit in Anspruch nahm, beendete er das Studium ohne Abschluss. Er sei der schnellste Motorradfahrer in der Gegend gewesen, erzählt der 60-Jährige, „aber jede Gegend in Deutschland hat einen Schnellsten“ und er habe gemerkt, dass er kein zweiter Toni Mang sei.

Schnell, um bei dem Begriff zu bleiben, entdeckte Martin Grein sein Talent für die Organisation von Veranstaltungen, sei es für Rennen, als Geschäftsführer eines Kaffeehauses auf einer Insel in Malaysia oder eine Messe in Köln. Die Fähigkeit, Abläufe zu planen, möchte der parteilose Bürgermeisterkandidat jetzt für Willingshausen einsetzen.

In einem Redaktionsgespräch stellen sich die beiden Kandidaten den Fragen der HNA. In einer der nächsten Ausgaben werden wir darüber berichten. (Matthias Haass)

Zur Person

Martin Grein wurde am 21. Mai 1961 in Treysa geboren. Seine Familie lebt in Willingshausen, dort wuchs er auch auf. Nach dem Besuch des Schwalmgymnasiums und Abitur wurde Grein Zeitsoldat und leistete in der Nachschubkompanie 140 in Neustadt als Zugführer (Oberfähnrich) drei Jahre und 11 Monate Dienst. Es folgten verschiedene berufliche Stationen, die sich fast immer um das Thema Motorrad drehten. Martin Grein ist geschieden und Vater eines 21-jährigen Sohnes.

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