Künstlerpaar gastierte in Willingshausen

Willingshäuser Bilderschatz mit Ulrich Harder

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Er bleibt der realistischen Landschaftsmalerei treu: Beim 40. Bilderschwatz ging es erstmals um einen zeitgenössischen Maler, Ulrich Harder (zweiter von links), links Ulli Becker-Dippel und die Ehefrau des Künstlers, Sabine Harder rechts. 

Am Freitagabend gab es die bereits 40. Ausgabe der Erfolgsreihe „Bilderschwatz“, und so wurden auch die heimischen Pforten im Gerhardt von Reutern-Haus geöffnet. Über 60 Besucher wollten Näheres über Ulrich Harder, seinen Malstil und und sein Werk „Waldbächlein“ erfahren.v

Mit Harder war erstmals ein zeitgenössischer Künstler für einen Bilderschwatz ausgewählt, sodass Ulli Becker-Dippel, die stets die Bilderschwatz-Werke auf dem Zeitstrahl der Geschichte einordnet, Fotos politischer Kandidaten wie Trump und Johnson oder auch die junge Greta an die Pinnwand heftete. Eine Kunstphase konnte Dippel dem zeitgenössischen Maler nicht zuordnen, würden die Namen der Malphasen doch stets erst im Nachhinein vergeben. So bliebe es spannend, ob in 20 Jahren im Rückblick auf den 40. Bilderschwatz tatsächlich Parallelen des Weltgeschehens und der vielleicht bis dahin betitelten Kunstphase mit Harder gezogen werden können.

Harder studierte in Marburg

Ulrich Harder ist aber sicherlich auch kein typischer Vertreter seiner Zeit, gilt das was er malt, doch bis heute als unmodern. Schon während seines Studiums der Kunstgeschichte und der Grafik und Malerei an der Philipps-Universität Marburg musste er hinnehmen, dass sein favorisierter Malstil der Landschaftsmalerei nicht gelehrt wird. Seine Ehefrau Sabine Harder, Kuratoriumsvorsitzende des Hauses der Romantik in Marburg, erläuterte das künstlerische Wirken ihres Mannes. Harder hatte als Kind in Hamburg eine Ausstellung von Caspar David Friedrich besucht und war so angetan, dass er sagte: „So etwas will ich auch machen.“ So blieb er seinem Lebenstraum treu, nahm erste Malstunden, studierte Kunst und übte fortwährend an der Technik der Landschaftsmalerei. 

Malstil stets auch eine Abbildung des politischen Zeitgeistes 

Harder idealisiert die Landschaften nicht und so gibt es Werke, wo Windräder, Kondensstreifen oder auch Hochsitze und Traktoren zu sehen sind. „Konkretes Arbeiten ist in unserer Zeit unter den Künstlern verpönt. Im Studium zwang man ihn zum abstrakten Malen“, berichtete Sabine Harder. Somit sei der an den Universitäten gelehrte Malstil stets auch eine Abbildung des politischen Zeitgeistes. 

Konkrete Landschaftsmalerei verpönt

Während in der sozialistischen DDR das abstrakte Malen ganz ausgeblendet wurde, war es in der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg verpönt, konkrete Landschaftsmalerei zu betreiben. „Heute sollen die digitalen Medien künstlerisch eingesetzt werden, um Landschaft zu schaffen“, so Harder. Er ließ sich aber nicht davon abbringen, vorzüglich hessische Landschaften zu malen. „Er liebt die Region und seine Stipendiatenzeit in Willingshausen prägt ihn bis heute“, so Sabine Harder. 

Harders waren Stipendiaten in Willingshausen

Die Harders verbrachten im Jahr 2000 die Stipendiatenzeit in Willingshausen, lernten die Schwalm und die angrenzenden Landkreise kennen und lieben und machten sie zum wesentlichen und dauerhaften Themenschwerpunkt des künstlerischen Schaffens. „Ich habe das Glück, das zu tun, was mir Spaß macht“, sagt Ulrich Harder, der von der Kunst lebt und festgestellt hat, dass er eben genau das malt, was viele Menschen lieben.

VonRegina Ziegler-Dörhöfer

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