Bedingungen müssen erfüllt werden

Willingshausens Haushalt 2018: Hessenkasse fordert einige Opfer

Willingshausen. Willingshausens Bürgermeister Heinrich Vesper hat dem Gemeindeparlament den Haushalt für das Jahr 2018 vorgestellt. Die Hessenkasse fordert einige Opfer.

Kurz und knapp erläuterte er das umfängliche Zahlenwerk im Kulturhaus der Generationen in Wasenberg. Neben den Gemeindevertretern waren auch einige Zuhörer zur Sitzung am Donnerstag gekommen. Man habe einen sachlichen und soliden Haushalt vorgelegt, der nicht überzogen sei, sagte Vesper: „Wir sind mit dem Haushalt durchaus auf der sicheren Seite.“

Vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindevertretung plant die Gemeinde Willingshausen für 2018 im Ergebnishaushalt mit runden 9,3 Millionen Euro an Einnahmen. Die Ausgaben liegen bei knapp 9,1 Millionen, der exakte Überschussansatz beträgt 196 898 Euro. Der Finanzhaushalt, welcher sich aus laufenden Verwaltungstätigkeiten ergibt, beläuft sich auf rund 860.000 Euro.

Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde: 3420 Euro

Am Jahresende 2017 betrug der Schuldenstand der Gemeinde rund 16,5 Millionen Euro. In Relation zu den in Willingshausen lebenden 4824 Einwohnern bedeutet das eine Pro-Kopf-Verschuldung von 3420 Euro. Die Summe der Kreis- und Schulumlage beläuft sich auf 2,7 Millionen Euro und stellt damit annähernd ein Drittel der gesamten Aufwendungen der Gemeinde dar.

Zur Finanzierung von Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen beabsichtigt Willingshausen Kredite in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro aufzunehmen. Der Höchstbetrag der Kassenkredite wird auf 2,6 Millionen Euro festgesetzt.

Investitionen bei Feuerwehr und Wasserwerk

Dieses Jahr soll in verschieden Bereichen investiert werden. Unter anderem soll die Feuerwehr Wasenberg neues hydraulisches Rettungsgerät bekommen, der Haushaltsansatz hierfür beträgt 25 000 Euro. Für die Sanierung der Feuerwehrhäuser in Loshausen und Zella werden erste Mittel für Ingenieurskosten - jeweils 10.000 Euro - bereitgestellt. In Loshausen ist der Ersatzneubau einer Brücke über den Walsbach geplant, nach Schätzungen kostet das 70.000 Euro.

Dicker Brocken: Die Sanierung des Wasserwerks in Merzhausen schlägt mit 600.000 Euro zu Buche. Die Erneuerung der Lüftungsanlage in der Antreffhalle wird im Haushaltsentwurf mit 105.000 Euro veranschlagt. Hier rechnet die Gemeinde mit Fördermitteln in Höhe von 37.000 Euro. Heizung und Lüftung würden nicht mehr den heutigen Ansprüchen genügen, erklärte der Bürgermeister.

Haushalt 2018: Nur unerlässliche Maßnahmen

Um an der Hessenkasse, dem Programm der Landesregierung zur Tilgung der Kassenkredite, teilnehmen zu können, sollen die Hebesätze der Grundsteuer A und B von 420 auf 480 Prozent und die Gewerbesteuer von 380 auf 400 Prozent angehoben werden.

Im Haushalt seien nur Maßnahmen enthalten, die unerlässlich sind, betonte Vesper: „Wir erfüllen damit die Bedingungen, die die Hessenkasse an uns stellt.“ Er sei zuversichtlich, dass man ein Gesamtwerk vorgelegt habe, das von allen akzeptiert wird.

Eckdaten der Gemeinde Willingshausen

  • Einnahmen: 9,3 Mio. Euro 
  • Ausgaben: 9,1 Mio. Euro 
  • Pro-Kopf-Verschuldung: 3420 Euro 
  • Kreis- und Schulumlage: 2,7 Millionen Euro 
  • Grundsteuerhebesatz A und B steigt von 420 auf 480 Prozent 
  • Große Ausgabeposten: Lüftungsanlage Antreffhalle 105.000 Euro, Wasserwerk Merzhausen 600.000 Euro

Rubriklistenbild: © Jens Wolf/ dpa

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