Dampfender Influencer

Jan-Henrik Ebers aus Zella hat ein Faible für E-Zigaretten

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Schloss Wilhelmshöhe im Nebel: Als „henne_vape“ veröffentlicht Jan-Henrik Ebers auf Instagram, einer Fotoplattform im Internet, seine Selbstporträts.

Zella. Rauchst du noch oder dampfst du schon, fragte sich Jan-Henrik Ebers vor ein paar Jahren und stieg kurzerhand von der Pyro-Zigarette auf die E-Zigarette um.

Inzwischen ist das Dampfen für den 33-Jährigen fast mehr als ein Hobby. Mit seinem Instagram-Account begeistert er als „henne_vape“ mit seinen Selbstporträts mehrere Tausend Fans. Auch wenn er den Ausdruck nicht mag, ist er ein sogenannter Influencer geworden. 

So bezeichnet man Menschen, die in sozialen Netzwerken im Internet für Werbung und Vermarktung in Frage kommen. Und die Dampfer auch hier werden immer mehr, ist er überzeugt. Nicht nur in der Schwalm gebe es eine regelrechte Gemeinschaft. 

Das belegt auch sein Stammtisch: Regelmäßig wabert der künstliche Nebel bei den Treffen durch eine Treysaer Kneipe. Bis zu 20 Gleichgesinnte nuckeln dann an ihrer E-Fluppe, teilweise kommen sie von weither. Eine Kneipe biete sich an, weil derart viele Dampfer in einem Raum natürlich ein ausreichendes Abluftsystem benötigen, sagt Ebers.

Die Luft riecht süßlich

Betritt man Ebers kleines Büro in dem schmucken neuen Einfamilienhaus in Zella, fällt sofort auf, dass an der Elektropfeiffe mehr dran sein muss als nur ein bisschen Dampf. Ein leicht süßlicher Duft liegt in der Luft. 

Das komme von den Aromen, erklärt Ebers. Offenbar sind Dampfer auch Alchemisten, denn eine Ecke im Büro gleicht einem Labor. Fläschen reiht sich an Fläschen. 

Labor im Büro: Dort mischt sich Jan-Henrik Ebers die Flüssigkeiten (Liquids), die er mit seinen E-Zigaretten verdampft.

Und schnell wird klar, das Dampfen gleicht wirklich einer Wissenschaft: Denn nicht nur das Liquid – das ist die Flüssigkeit, die verdampft wird – mischt sich Ebers selbst. Er stellt sich auch den Verdampferkopf selbst her. 

Diese Spule ist das wichtigste Element der E-Zigarette, sie entscheidet über die Art und Intensität des Dampferlebnisses. Zwar gibt es auch Fertigprodukte, aber die Eigenleistungen bieten aus Ebers Sicht viele Vorteile. 

Auch Nikotin kann ins Liquid

Das Liquid setzt sich aus Glycerin, Propylenglykol und Aromen – auch Nikotin kann zugefügt werden – zusammen. „Wenn ich es selbst herstelle, weiß ich was drin ist“, ist der 33-Jährige überzeugt.

In einer anderen Ecke des Büros steht eine Glasvitrine mit den unterschiedlichsten Modellen von E-Zigaretten. Die reichen von der kleinen im Format eines Taschenfeuerzeugs bis hin zu den großen, die an ein altes Diktiergerät erinnert. Ohne gehe er nicht aus dem Haus, sagt Ebers. 

Dennoch sei das Suchtverhalten eines Dampfers nicht mit dem eines Rauchers vergleichbar, meint er. Er selbst müsse nicht zwangsläufig dampfen, wenn er früher geraucht habe. „Man hängt dran, weil es schmeckt.“ 

Termin: Dampferstammtisch „Vol. 4“, Freitag, 14. September, 19.30 Uhr, MSC Wasenberg.

Schädlich oder nicht? Mehr als zwei Millionen Deutsche greifen zur E-Zigarette, da stellt sich die Frage, ist das schädlich oder nicht? Mit der E-Zigarette zu dampfen, schadet wohl weniger als Rauchen. Um Dampfen als harmlos einzustufen, ist es aber noch zu früh, heißt es bei der Stiftung Warentest. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg sieht E-Zigaretten dennoch skeptisch: Sie erhielten das Rauchverhalten aufrecht, seien gesundheitlich bedenklich, untergraben die Tabakprävention und seien kein anerkanntes Mittel, um mit Rauchen aufzuhören. Das Bundesamt für Risikobewertung stuft die nikotinhaltigen wie auch nikotinfreien E-Zigaretten als „keine unschädlichen Erzeugnisse“ ein.

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