Flüchtlinge: Dekan Christian Wachter über das Engagement im Kirchenkreis

Das Willkommen vor Ort

Einige kommen, andere ziehen weiter: Die Menschen in der Zeltstadt sollen dort wegen der widrigen Witterung nur wenige Nächte verbringen. Foto: Haaß

Schwalm. Zurzeit leben circa 1500 Asylsuchende im Schwalm-Eder-Kreis, davon etwa die Hälfte im Kirchenkreis Ziegenhain. Der Bischof der Landeskirche, Prof. Dr. Martin Hein, hat die Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen aufgefordert, die Unterbringung in kirchlichen Räumen zu prüfen. Der Dekan des Kirchenkreises Ziegenhain, Christian Wachter, bestätigt, das sei nun in den Kirchengemeinden wohlwollend zu prüfen.

In verschiedenen Gemeinden gebe es Hilfegebote, teilt der Dekan mit. 13 Frauen der Kirchengemeinde in Schwarzenborn hätten Kleidung gesammelt und sortiert und dann zusammen mit dem Roten Kreuz an die Menschen in der Zeltstadt verteilt. Zuvor schon habe die Kirchengemeinde Schwarzenborn in der Gemeinschaftsunterkunft neben der Kaserne Menschen begleitet, ihnen Sprachunterricht gegeben und Begegnungen geschaffen. Gut organisiert sei auch die Hilfe in der Kirchengemeinde Neukirchen.

Ähnliches gelte seit über 25 Jahren in Treysa, wo der „Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde“ beispielgebend in der Begleitung und liebevollen Zuwendung zu Flüchtlingen tätig sei und auf viele Erfahrungen zurückgreifen könne. In Ziegenhain habe sich unter der Federführung der Kirchengemeinde und in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis in Treysa ein weiterer überkonfessioneller Arbeitskreis gebildet, der aktuell 13 junge Männer und eine Familie begleite, die in der Festung untergebracht sind. Darüber hinaus gebe es Flüchtlinge in Gilserberg, in Michelsberg, in Zella, in Oberaula, in Ottrau. Und überall fänden sich Menschen, die vor Ort eine Willkommenskultur lebten. Bei den Fußballvereinen in Schwalmstadt könnten Flüchtlinge mit trainieren, allerdings werde noch Ausstattung benötigt.

Die Flüchtlings-Beratungsstelle des Diakonischen Werk im Schwalm-Eder-Kreis stehe in Homberg seit 22 Jahren asylsuchenden Menschen und Menschen auf der Flucht mit Rat und Tat zur Seite.

Ehrenamtliche Hilfe werde durch die klassischen Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, den Johanniter-Hilfsdienst und die Feuerwehren umgesetzt. Auch dort sieht Wachter viele Menschen, die diesen Dienst als engagierte Christen wahrnähmen. (syg)

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