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„Wir sind alle verantwortlich“

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Jeden Dienstag unterwegs an den am ärgsten vermüllten Punkten der Stadt: Von links Christa Rullmann, Mario Pugliese und Sophie Bernhardt.
Jeden Dienstag unterwegs an den am ärgsten vermüllten Punkten der Stadt: Von links Christa Rullmann, Mario Pugliese und Sophie Bernhardt. © Celine Kühn

Christa Rullmann, Mario Pugliese und Sophie Bernhardt machen freiwillig den Dreck anderer Leute weg und hoffen auf ein Umdenken bei den Leuten, die gedankenlos die Umgebung vermüllen.

Treysa – Jetzt wird aufgeräumt: In gelben Westen sieht man die drei Freiwilligen Sophie Bernhardt, Christa Rullmann und Mario Pugliese seit ein paar Wochen eifrig in und um die Bahnhofstraße in Treysa beim Müllsammeln. Die Umweltaktion, die Teil des Projektes „Auszeit für Gesundheit“ ist, findet einmal die Woche statt. Gemeinsam ziehen die Freiwilligen jeden Dienstag um 9.30 Uhr vom Treffpunkt aus los und knöpfen sich Treysas dreckigste Ecken vor.

Dabei finden sie Allerhand, das nicht in Umwelt gehört, zum Beispiel künstliche Fingernägel, Verpackungsmüll, Flaschen und Scherben, sogar Werkzeuge, aber vor allem Zigarettenfilter. Die Kippen liegen auf den Gehwegen wie Sand am Meer und verteilen sich in alle Rillen. „Es ist frustrierend. Vor allem, weil innerhalb einer Woche wieder alles voll mit Müll liegt“, sagt Sophie Bernhardt. Aber ihr ist auch klar: „Es bringt nichts, deswegen schlecht gelaunt zu sein. Wir bleiben positiv und machen weiter.“ Die Gruppe ist sich sicher: Wenn jeder vor seiner eigenen Haustür kehren würde, wäre der Natur sehr geholfen. Eigentlich sei es die Pflicht eines jeden Anwohners und Ladenbesitzers, das eigene Grundstück und den Gehweg sauber zu halten. „Es ist nicht mehr in den Köpfen der Menschen drin, dass wir alle verantwortlich sind“, sagt Mario Pugliese.

„Wir hoffen, die Leute wieder mehr für ihr Umfeld sensibilisieren zu können und zum Mitmachen zu motivieren“, sagt Christa Rullmann. Wichtig ist den Freiwilligen bei ihrem Projekt, dass man nicht mit erhobenem Zeigefinger vorgeht, sondern mit Spaß an der Arbeit etwas Gutes für die Umwelt tut. Denn Spaß haben die drei auf jeden Fall. „Wir haben angefangen uns Geschichten zu dem kuriosen Müll auszudenken, zum Beispiel wie er dahin gekommen sein kann“, lacht Christa Rullmann. Das mache die Arbeit gleich viel lustiger. Seit zehn Wochen läuft das Umweltprojekt und so manch einer hat sich wohl auch schon angeschlossen. „Einige Leute unterhalten sich mit uns über das Projekt oder schließen sich an. Das freut uns sehr“, erzählt Sophie Bernhardt. Ein Passant habe der Gruppe jetzt sogar Getränke spendiert.

Treffen jeden Dienstag ab 9.30 Uhr

Wer mitmachen möchte: Treffpunkt ist jeden Dienstag um 9.30 Uhr in der Unteren Bahnhofstraße, nur Handschuhe mitbringen, bitte. Helfer werden dringend gesucht, denn es soll auch am Damm und in der Igelsheide aufgeräumt werden. (Celine Kühn)

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