Es wird düster ohne Küster

Im Gespräch: Die Mitglieder der Küsterkonferenz trafen sich in Treysa, mit dabei war auch Dekan Christian Wachter (links). Foto: Rose

Treysa. Stühle stellen, Tische decken, heizen, lüften, Räume säubern, Rasen mähen, Glockenläuten, Gottesdienste vorbereiten - all das wird von Küstern erwartet. Dabei arbeiten sie meist im Hintergrund. „Was sie tun, fällt oft erst dann auf, wenn sie einmal ausfallen und nicht alles klappt und stimmt", sagt Nina Wetekam, Fachreferentin für Küsterarbeit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW).

Um dieses Amt in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken, startet der Landesküsterbeirat nun eine Postkartenaktion. Jüngst trafen sich die Mitglieder und Initiatoren bei einer Küsterkonferenz in Treysa, um die Karten vorzustellen. „Ohne Küster wird es düster“ und „Küster eröffnen Räume zur Begegnung“ - diese beiden Slogans sind auf den Postkarten zu lesen. Plakativ bebildert ist die Aussage mit Fotos, die die vielfältigen Aufgaben der Küster zeigen. Die Motive sollen auf die aktuelle, leider vielfach unsichere Situation des Küsterberufes hinweisen.

„Denn in vielen Gemeinden wurden oder werden Küsterstellen im Zuge von Sparmaßnahmen reduziert, ganz abgebaut, in Geringverdiener- und Minijobs aufgesplittet oder auf Ehrenamtliche verteilt“, erläutert Wetekam.

Sicher, die Folgen des Wegfalls würden zum Beispiel in Form von schlecht instand gehaltenen Gebäuden und rückläufigen Aktivitäten der Kirchengemeinde erst nach einiger Zeit sichtbar werden. Dann aber umso gravierender, denn Küster tun weit mehr, als nur die Kirchentür aufzuschließen.

„Durch meine Arbeit Menschen willkommen zu heißen, damit sie die Kirche als gastfreundlichen Ort erleben, das ist für mich ein großes Anliegen“, sagt Claudia Meyer, Mitglied im Landesküsterbeirat. Küster Werner Müller geht es um den Kontakt zu den Menschen: „Bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen bin ich oft der erste Ansprechpartner und damit auch so etwas wie das Gesicht der Kirche“, sagt der Vorsitzende des Landesküsterbeirats.

Daher hätten Küster auch einen Auftrag im Gemeindeaufbau und in der Vernetzung.

„So ist das Küsteramt ein Dienst für die Menschen und ein Dienst an Gott“, sagt Wetekam. Denn schließlich sei der Küster von Berufswegen „Custor“, also der Wächter der Kirche, verdeutlicht Dekan Christian Wachter, der die Konferenz in Treysa ebenfalls besuchte.

„Wir sind jetzt mit den Einsparungen an einem Punkt angekommen, wo es für die Küster einfach nicht mehr weiter geht. Darauf wollen sie öffentlich aufmerksam machen.“

Von Sandra Rose

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