Bildhauer Lutz Lesch gestaltet eine neue Bronzefigur für die Treysaer Innenstadt

Der Wolf und die Geißlein

Monströs: Gut 1,90 Meter lang wird der Wolf werden, aus dessen Bauch die Geißlein hervor kommen. Bis Ende des Jahres wird Lutz Lesch mit dem Modellieren beschäftigt sein, im Frühjahr 2014 soll die Skulptur dann fertig sein. Fotos:  Rose

Schwalmstadt. Die Handschrift des Bildhauers Lutz Lesch hat in der Schwalm an vielen Orten Spuren hinterlassen: In seinen Bronzeskulpturen bleibt Schwälmer Geschichte lebendig. Ein lebensgroßer Soldat erinnert in Ziegenhain an eine wichtige Episode der Stadthistorie, ebenso das Modell der Festung vor dem Museum der Schwalm.

In Treysa schmücken Märchenskulpturen die obere und die untere Bahnhofstraße. Gerade arbeitet der 59-jährige Bildhauer an einer neuen Figur: Dem Wolf und den sieben Geißlein. Im Frühjahr 2014 soll die Skulptur voraussichtlich aufgestellt werden.

Denkt Lutz Lesch an Treysa, dann denkt er an Märchen: „Ich will etwas schaffen, auf dem man rumkrabbeln kann. Die Figur soll Kindern Spaß machen – wilde Kunst gehört ins Museum“, sagt der Treysaer. Wichtig sei ihm ein Sockel. Darauf könne man sitzen oder die Figur beklettern. Seit mehreren Monaten ist Lesch mit der Ausgestaltung beschäftigt. Und die ist aufwändig: Zunächst fertigte er Skizzen an, dann hat er ein kleines Modell aus Bronze gegossen. Wie groß die Skulptur tatsächlich werden wird, das lässt sich in seiner Werkstatt schon erahnen. 1,90 Meter misst allein der Wolf, etwa 70 Zentimeter die Geißlein.

Metall für den Unterbau

Beim Aufbau der Figur hilft gebogenes Eisen. Das Metall dient als Unterbau für die Körper. Ausmodelliert wird die Skulptur dann mit Ton. „Hierfür sind etwa 450 Kilo Material nötig“, schätzt Lesch. Bis Ende des Jahres werden die Vorarbeiten dauern.

Dann geht das Modell in die Gießerei. Der perfekte Guss entsteht mithilfe einer Silikonform, im so genannten Wachsausschmelzungsverfahren. „Beim Ziselieren bin ich dabei. Da ist Feinarbeit gefragt“, erklärt der Bildhauer.

Ziselieren ist eine Art der Metallbearbeitung, bei der das Metall nicht geschnitten, sondern über eine weiche Unterlage mit Hammer und Punzen getrieben oder gedrückt wird. Dabei entstehen Linien und reliefplastische Formen, die ähnlich aussehen wie Abgüsse von negativen Hohlschnitten. Finanziert wird die Märchen- skulptur von der Stadtsparkasse Schwalmstadt, privaten Sponsoren und der Sparkassen-Kulturstiftung. „Wir finden es toll, dass ein heimischer Künstler diese identitässtiftenden Werke fertigt. Solche Projekte sollten unbedingt unterstützt werden“, sagt Wilhelm Bechtel vom Vorstand der Bank. Es werde um weitere Spenden gebeten, erklärt Bürgermeister Dr. Gerald Näser. Aufgestellt werden soll die Skulptur im Bereich Bahnhofstraße – voraussichtlich auf dem Platz zwischen der Wagnergasse und der Fußgängerbrücke Richtung Walkmühlenzentrum.

Von Sandra Rose

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