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Festival-Jubiläum: „Alle sind so nett und entspannt“

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Es geht um die Gemeinschaft und das Ausspannen: Von links Siggi, Caro, Karin, Uwe, Simone, Andreas, Angel und Rüdiger sind am Mittwoch angereist und genießen die Zeit im Schatten ihres großen Zeltes auf den Campingwiesen.
Es geht um die Gemeinschaft und das Ausspannen: Von links Siggi, Caro, Karin, Uwe, Simone, Andreas, Angel und Rüdiger sind am Mittwoch angereist und genießen die Zeit im Schatten ihres großen Zeltes auf den Campingwiesen. © Anne Schönfeld

Vom 22. bis zum 24. Juli findet das World Music Festival im Schlosspark in Loshausen zum 20. Mal statt. Der Verein der Klangfreunde organisiert das Festival.

Das World Music Festival hat zum zweiten Mal einen runden Geburtstag: Bei der nun 20. Auflage in Loshausen rechnen die Organisatoren auch durchaus mit einem Ansturm. „Dieses Jahr erwarten wir bis zu 3000 Besucher“, sagt Meik Koch, Vorsitzender und Hauptorganisator des Festivals. „Aber es ist schwierig einzuschätzen“, fügt er hinzu.

Daher gibt es auch zum ersten Mal einen Ticket-Vorverkauf. Rund die Hälfte der Tickets ist darüber schon verkauft, die anderen stehen an der Abendkasse zur Verfügung – für immerhin 60 Euro, deutlich mehr als in früheren Jahren.

„Wir haben als Verein keine Gewinninteressen, aber die Kosten sind förmlich explodiert“, sagt Meik Koch. Der Verein hofft, dass die Besucher trotzdem kommen und sie genügend Tickets verkaufen können, um die hohen Kosten zu decken.

Die Campingwiese füllt sich schon 2 Tage vorher

Auf den Wiesen sieht es bereits gut aus: Schon am Mittwoch sind die Campingplätze gut gefüllt und es rollt ein Besucher nach dem anderen an. Bunte Zelte werden aufgebaut, Pavillons, Wohnwagen und Wohnmobile geparkt. Bunte Tücher schmücken fast alle Lagerplätze und schützen die Bewohner vor der heißen Sommersonne.

„Das Lagern ist das Schönste am ganzen Festival.“ sagt Siggi aus der Rhön. Siggi hat dieses Jahr ihre Freundin Caro aus dem Havelland mitgebracht. „Leute treffen, das ist es worum es hier eigentlich geht. Da ist die Musik eigentlich fast Nebensache“, sind sich beide einig.

Anne ist jedes Jahr dabei: Sie reiste also zum 20. Mal an und baute als eine der ersten am Mittwoch ihr Zelt auf.
Anne ist jedes Jahr dabei: Sie reiste also zum 20. Mal an und baute als eine der ersten am Mittwoch ihr Zelt auf. © Anne Schönfeld

Karin aus Fulda ist bereits von Anfang an jedes Jahr dabei, „meine Kinder sind mit dem Festival aufgewachsen. Jetzt sind sie erwachsen und kommen mit ihren Freunden und Familien.“

Familienurlaub auf dem Festival

So ging es auch Alicia aus dem Rheinland. Sie war bereits als Kind mit ihren Eltern jeden Sommer in Loshausen und freut sich immer sehr, wenn sie auf dem Festival ihre alten Freunde von damals wiedertrifft. Manche von ihnen haben jetzt bereits ihre eigenen Kinder dabei.

So wie Tobias, dessen Sohn Janis zusammen mit anderen Kindern begeistert in der Schwalm planscht. Die jungen Eltern wissen die Kinderfreundlichkeit des Festivals zu schätzen. „Alle Leute hier sind so nett und entspannt.“ sagt Simone, die ihre kleine Tochter auf dem Arm trägt. „Das ist es, was das World Music Festival so besonders macht und weshalb wir jedes Jahr wiederkommen.“

Auch Angel aus Lauterbach kommt immer wieder. Er war 2003 zum ersten Mal dabei. „Damals war es noch ganz klein“, erinnert er sich „aber es wurde von Jahr zu Jahr besser!“

Straßenteilsperrung extra für die Festivalbesucher

Bloß über den neuen Campingplatz auf den Wiesen hinter dem Festivalgelände sind viele Besucher nicht ganz so erfreut. Aus organisatorischen Gründen können die Wiesen an der Straße nach Zella dieses Jahr nicht genutzt werden. „Das Problem ist, dass es eine Baustelle in Ziegenhain gibt und die offizielle Umleitung hier vorbei führt“, erklärt Meik Koch. „Zwischendurch sah es sogar mal so aus, als dürfe das Festival aus diesem Grunde gar nicht stattfinden.“

Der Vereinsvorsitzende hat daher in den letzten drei Wochen unzählige Telefonate geführt. Er ärgert sich über die schlechte Planung der Baustelle, die ihm so kurz vor dem Festivaltermin noch viel zusätzliche Arbeit beschert hat. Die Lösung ist jetzt eine Ampelschaltung, die den einspurigen Verkehr regelt. Die andere Spur wurde gesperrt, sodass die Besucher zwischen Festivalgelände und den neuen Campingwiesen hin und her wechseln können, ohne die Straße überqueren zu müssen. Die Mitarbeiter einer Security Firma sorgen dabei für zusätzliche Sicherheit und einen reibungslosen Verkehrsfluss. „Wir sind sehr froh über die Unterstützung der Gemeinde und der örtlichen Landwirte aus Zella und Loshausen“, betont der Vorsitzende.

Ohne Ehrenamt geht nichts

Die Arbeit rund um den Aufbau teilen sie sich zwischen den Vereinsmitgliedern. Dazu kommen viele Freunde und freiwillige Helfer, die im Gegenzug das Festivalticket gratis erhalten.

Zu tun gibt es genug: Die Organisation der Campingwiesen, der Musik und natürlich auch der Verpflegung. Dabei setzt der Verein bewusst auf Regionalität. Die Brötchen stammen vom örtlichen Bäcker, die Fleischwaren vom Metzger und das Gemüse kommt aus der Gärtnerei der Fleckenbühler in Leimbach. Die Klangfreunde freuen sich auch, dass der Loshäuser Fischereiverein wieder seine Forellen anbieten wird. Das wissen die Gäste des Festivals ebenfalls zu schätzen. „Ich hab schon nachgefragt, ob und wann es wieder Forellen gibt!“, sagt Rüdiger aus Fulda und lacht.

Auch die im angrenzenden Schloss lebende Hausgemeinschaft bringt sich ein. Bei ihnen wurde am Donnerstagabend das Festival „eingetrommelt“. Unter den Gästen auf der Campingwiese sind ebenfalls einige, die etwas beitragen möchten. Da gibt es etwa das „Session Zelt“ in dem gemeinsam musiziert werden kann, oder das Klangspielzelt, in dem verschiedene Klanginstrumente ausprobiert werden können. Weiterhin gibt es das „Friedenscafé“, in dem Besucher morgens Kaffee und Brötchen mit veganen Aufstrichen kaufen können. Nach dem Frühstück besteht dort die Möglichkeit an Diskussionsworkshops mit Uscha und Michael teilzunehmen. Die beiden Friedensaktivisten sind bereits seit zwölf Jahren beim World Music Festival dabei und haben vor fünf Jahren begonnen, Bücher und Broschüren an einem kleinen Infostand anzubieten. Besonders junge Leute nahmen das Angebot gerne an.

Politik: Es geht um Frieden und den Klimawandel

„Die Hippies sind nicht mehr so politisch wie früher“, sagt Uscha. Ihr Ziel ist es daher, alten und jungen Besuchern friedenspolitische Bildung anzubieten. Unterstützt werden sie dabei von Aktiven aus der Fridays-For-Future-Bewegung. „Wir haben keine Parteizugehörigkeit“, betont Michael. „Es geht uns in erster Linie um den Frieden.“ Dafür haben die beiden eine große „Peace“-Fahne neben ihrem Zelt aufgehängt.

Nach den Tagen in Loshausen geht es für viele Besucher weiter zum nächsten Festival auf der Burg Herzberg. „Das ist unser Sommerurlaub“, erklärt Philipp. Er ist mit seiner Freundin Josi aus NRW angereist. Sie freut sich ganz besonders auf die Konzerte: „Die Musik hier ist immer toll zum Tanzen!“

Entspannt sitzen die beiden vor ihrem kleinen Wohnwagen und freuen sich auf ein paar schöne Tage mit abwechslungsreichem Programm, netten Menschen und der einzigartigen Stimmung des World Music Festivals.
Von Anne Schönfeld

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