Hippies im Schlosspark

World Music Festival lockt mit Reggae, Rock, Soul und mehr nach Loshausen

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Schlafen in bunten Fahrzeugen: Schon Tage vor Beginn kommen Musikfans auf den Zeltplatz um sich auf das Event vorzubereiten.

Eigentlich geht es erst am Freitag los mit dem World Music Festival. Anreise am Donnerstag, ist auf der Internetseite zu lesen.

Doch schon am Mittwoch ist der Schlosspark in Loshausen bunt gespickt mit Zelten, Tipis und Wohnwagen – als Anhänger, einstöckig oder mehrstöckig und immer bunt bemalt. Während die Ordnungshüter noch die Straßenschilder aufstellen, werden auf der Wiese schon Schnüre gespannt und Yogamatten ausgebreitet. Wer hier spazieren geht, wird überall freundlich empfangen und auf ein Getränk in die liebevoll geschmückten Unterkünfte eingeladen.

Simone Meyenschein und Mel Eusterbrock vertrauen auf den Musikgeschmack der Veranstalter. Sie kennen keine der Bands, doch freuen sich auf das Programm. Die Frauen aus Soest und Bremen sind schon am Mittwoch angereist, um einen guten Platz zu ergattern und die Ruhe zu genießen. Zwei Tage vor Beginn stehen sie auf der Wiese und machen Yoga.

Genießen die Zeit vor der offiziellen Anreise: Mel Eusterbrock (links) und Simone Meyenschein sind einen Tag vorher angekommen, um die Ruhe zu genießen.

„Hier kann man dem Alltag entfliehen“, sagt Meyenschein. Sie nehme sich Zeit, um die Nachbarn kennenzulernen und zuzuschauen, wie das Zeltlager wächst. An den Programmtagen werde es schon fast zu hektisch, sagt Eusterbrock. Das Festival sei ein fester Urlaub im Jahr. Höhepunkt sind für sie die privaten Jam Sessions auf der Wiese und das Lagerfeuer.

In ihrer Nachbarschaft wohnt die kommenden Tage auch der achtjährige Mika: „Überall sind Hippies, coole Leute, coole Musik, viele Freaks – das gefällt mir.“ Er kommt seit fünf Jahren mit seiner Familie und Freunden zum Festival. Die vier Erwachsenen und sieben Kinder aus Minden haben ihr Camp in der Nähe zur Kinderinsel aufgeschlagen. Die Kinder laufen über die ruhige Straße und können dort im Tipi malen, basteln und werkeln oder im Bach spielen.

Kinder gestalten ihr eigenes Programm: Charlotte (von links), Kolja, Nadia und Stefan Marxhausen, Mia, Mika, Matti, Johannes und Toni haben einen Stand aufgebaut. 

Mika und seine Freunde haben sogar einen eigenen Stand aufgebaut. Ihre Zeltnachbarn können hier Kopfmassagen erhalten, Nägel lackiert und Haare gefärbt bekommen. Die Eltern schätzen den „familiären Dorfcharakter“ des Fests, sagt Stefan Marxhausen. Und dass die Einwohner von Loshausen beim Trubel mitmachen.

Mutter Anne Franzius genießt die schöne Stimmung „weil es nicht so riesig ist“. Außerdem sei der Eintritt günstig, die Kinder könnten kostenlos mit und hätten tolle Spielmöglichkeiten.

Familie Jallow aus Höxter verkauft beim Festival Hanfprodukte: von links: Buba, Simon, Tine, Adrian.

Diese Gemeinschaft findet auch Nachbarin Tine Jallow aus Höxter toll. Sie besucht das Musikfestival seit seiner Gründung vor 17 Jahren. Mittlerweile bringt sie ihre Familie und ihr Geschäft mit. Jallows bieten Hanfprodukte zum Verkauf an: Schokolade, Tee, Lutscher und mehr. „Alles legal im Regal“, betont die Mutter. Die Reggae-Fans mit ihrem selbstbemalten Campinganhänger und zwei Hunden freuen sich, neue Musik kennenzulernen, wie zuletzt russisches Polka oder australische Didgeridoo-Klänge.

Weiter die Gänge entlang schlendernd finden sich Studentengruppen mit Bergen an Süßigkeiten und Getränkekisten und Senioren mit voll ausgestatteten Wohnmobilen. Egal woher das Autokennzeichen stammt, jeder wird begrüßt. Ob Hippie oder Rocker, ihren freundlichen Klischees werden Loshausens Gäste gerecht.

Das Programm

An drei Tagen gibt es beim World Music Festival in Loshausen Live-Musik, eine Übersicht:

Freitag: Los Jeles (Ska Cumbia Latin, 17.30 bis 19 Uhr), Mana Tapu (Reggae, 19 bis 21 Uhr), Tribali (Percussion, 21 bis 23 Uhr), Vvlva (psy Kraut Rock, 23 bis 1 Uhr) und Grombia (Psy Oriental Spacerock, 1 bis 3 Uhr).

Samstag: Soul of Mother Earth (Soul, 12.30 bis 14 Uhr), El Sombras del Condor (Weltmusik, 14 bis 15.30 Uhr), Pacifico Sur (Cumbia, Chicha, 15.30 bis 17 Uhr) Sheik General & The Rootz Rockaz (Reggae, 17 bis 19 Uhr) Jamila & the other Heros (Neo-Soul, Funk, Rock, Arab Folklore, 19 bis 21 Uhr), Mate Power (Latin Rock, 21 bis 23 Uhr), Guts Pie Earshot ( Dance Punk vs. Dubtech, 23 bis 1 Uhr), Swedish Death Candy (Psy Rock,1 bis 3 Uhr).

Sonntag: Lutopia Orchestra (Blues, 12 bis 13 Uhr), Zeit der Steine (Blues Rock, 13.30 bis 15 Uhr), Gipsydelica (Balkan Psychedelic Ethno Rock, 15 bis 16.30 Uhr), El Flecha Negra (Mestizo, Cumbia, Raggae, Chicha, 16.30 bis 18.30 Uhr) Philip Bölter (Rock, 18.30 bis 20.30 Uhr).

Außerdem werden Theater-, Tanz-, Yoga-, und Musikworkshops angeboten.

Info: World Music Festival, Schlosspark, Kasseler Straße, Loshausen. Der Eintritt kostet 30 Euro, Kinder unter 16 Jahren zahlen nichts. Am Sonntag ist der Eintritt frei. Infos: www.worldmusicfestival.de

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