Schlesische Volkstanz- und Trachtengruppe Schreiberhau feiert 50-jähriges Bestehen

Wurzeln im Riesengebirge

Der Tradition verpflichtet: Die Trachtengruppe Schreiberhau feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Foto: privat

Trutzhain. Festzüge, Europeaden, Hessentage und zahlreiche Auftritte in der Region zählen zu den Aktivitäten der Schlesischen Volkstanz- und Trachtengruppe Schreiberhau aus Trutzhain. Seit 50 Jahren wird in der Schwalm mit Leib und Seele Schlesische Traditionspflege betrieben.

Die Gruppe versteht sich bis heute als Botschafter für Schlesisches Brauchtum bei Heimat- und Trachtenfesten weit über Deutschlands Grenzen hinaus.

Am 3. Oktober feiert die Volkstanzgruppe ihr 50-jähriges Bestehen (siehe Termin). In den vergangenen 50 Jahren haben zahlreiche junge Tänzerinnen und Tänzer die Übungsabende besucht und an Auftritten teilgenommen. Vorsitzender ist Friedrich Sperlich, Tanzleiterin ist Anja Braun – beide aus Trutzhain. Sperlich freut sich schon, zum Jubiläum alte Bekannte wieder zu treffen. „Am Volkstumsabend sind dann wieder alle zusammen, können ausgiebig tanzen und Erlebnisse aus vergangenen Tagen austauschen.“

Der Name Schreiberhau erinnert an den Herkunftsort der Tracht – an Schreiberhau (heute Szklarska Poreba) am Fuße des Reifträgers im Riesengebirge. Zu den Gründern zählte damals das Ehepaar Edith und Willi Maaz aus Ziegenhain. Im Gründungsjahr konnte die Gruppe auf 38 Frauen und Männern zurückblicken, die in ihren Trachten bei Festen auftraten.

Die Trachten wurden damals aus überlieferten Schnitten selbst hergestellt. Markenzeichen sind die schönen Weißstickereien der Frauentracht und die bunten Hauben sowie die roten Westen der Männer. In Schreiberhau wurden nicht ausschließlich diese Westen getragen. „Einfach, weil der Stoff im Ballen günstiger war und die Gruppe nicht mit Reichtum gesegnet war, wurde roter Cordstoff angeschafft“, erklärt Sperlich.

1966 besuchte die Volkstanzgruppe erstmalig die Europeade, die in Antwerpen stattfand. Die Europeade ist das größte europäische Folklorefestival von Trachtenträgern, die jedes Jahr in einem anderen Land stattfindet.

Seit dieser Zeit wird fast jede Europeade besucht, so geht es in diesem Jahr nach Schweden. Schwalmstadt war 1980 auf Initiative der „Schreiberhauer“ Gastgeber dieses Trachtentreffens mit über 5000 Teilnehmern.

Fahrt ins Riesengebirge

In bleibender Erinnerung war eine Fahrt zu Ostern 1990, als die Gruppe erstmals den Herkunftsort der Tracht im Riesengebirge besuchte. 1994 erhielt die Gruppe den Ostdeutschen Kulturpreis für kulturelle Jugendarbeit. Den Preis überreichte der damalige Innenminister Manfred Kanther in Güntersberg in Sachsen-Anhalt. Im Terminkalender der Trachtengruppe Schreiberhau stehen alljährlich nicht nur zahlreiche Auftritte, sondern auch die Übungsstunden am Freitagabend.

„Wer Lust am Volkstanz hat, kann gerne unverbindlich an der Übungsstunde teilnehmen. Eine Tracht ist für jede Größe noch im Gruppenfundus vorhanden. Selbst für meine Größe war dies kein Problem“ sagt Vorsitzender Friedrich Sperlich. (jkö) TERMIN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.