Bei der Stadtverordnetensitzung geriet die Wahl einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Zankapfel

Zähes Ringen um das Prüferbüro

Dank und eine Geldprämie für aktive Brandschützer: Für zehn, 20 oder 30 Jahre Dienst wurden Neukirchener Feuerwehrleute ausgezeichnet, nicht alle waren am Donnerstagabend fürs Foto anwesend. Außerdem reichte der neue Kreisbrandinspektor Torsten Hertel (kleines Bild, links) den Staffelstab als Stadtbrandinspektor an Andreas Keßler weiter (ganz rechts). Keßler führt das Amt bis zur Versammlung der Wehren im September kommissarisch. Fotos: Quehl

Neukirchen. Dass es sich mächtig aufheizte in der Eichwaldhütte und die Würstchen auf dem Grill zur Feier der nahen Sommerpause schon brutzelten, hielt die Stadtverordneten Neukirchens von ausgedehnten und zum Teil gereizten Diskussionen nicht ab. Besonders erhitzten sich die Gemüter an der Frage, welche von drei Wirtschaftsprüfungskanzleien den Zuschlag bekommen sollte. Es geht um die gesetzlich erforderliche Prüfung der Neukirchener Stadtwerke mit Kosten von rund 10 000 Euro im Jahr. Während Sprecher der SPD-Fraktion vehement die Beibehaltung des Unternehmens BDO (Kassel) mit dem Dreijahresangebot über 33 600 Euro forderten, setzten sich Sprecher des bürgerlichen Lagers für den Wechsel zur günstigeren GBZ Revisions- und Treuhand AG (Kassel) ein, deren Angebot sich auf glatt 30 000 Euro beläuft. Allerdings, so ergab die fast einstündige Debatte, kann die Rechnung am Ende um bis zu 15 Prozent abweichen.

In der Hauptsache kreiste die Aussprache darum, ob nun das eingearbeitete Unternehmen BDO die für Neukirchen wertvolleren Ergebnisse erarbeiten würde (Argumentation SPD/Bündnis 90/Grüne). Oder würde ein neuer und überdies günstigerer Wirtschaftsprüfer, der von vorne beginnen muss, mit unverstelltem Blick die bessere Arbeit liefern (Argumentation CDU, FDP und FWG)?

Schließlich erhob sich Stadtverordnetenvorsitzender Willi Berg (SPD) und überließ Stellvertreterin Veronika Backes (CDU) kurz die Leitung der Sitzung. Er werde sich in der Abstimmung enthalten, rief er seiner Fraktion zu, „die Leute verstehen nicht, worüber wir uns hier eine Stunde lang streiten“.

In der Abstimmung votierten dann 14 Stadtverordnete für das günstigste Angebot, das auch in der 14-köpfigen Betriebskommission die Mehrheit erhalten hatte (acht Jastimmen). Mit Nein stimmten zehn SPD-Vertreter sowie ein Mitglied der UBL (11). Die beiden Grünen-Vertreter und zwei der drei UBL-Stadtparlamentarier sowie Willi Berg enthielten sich, sodass GBZ den Zuschlag erhielt. BERICHT FOLGT

Von Anne Quehl

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