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Zahl der Vegetationsbrände ist 2022 deutlich gestiegen

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Von: Matthias Haaß

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Etwa acht Einsatzkräfte der Feuerwehr arbeiten mit Wasserschlauch und Schaufeln im Wald. Im Vordergrund ist eine verkohlte Fläche zu sehen.
Durch die trockenen Sommer kommt es im Schwalm-Eder-Kreis immer häufiger zu Vegetationsbränden. Unser Foto entstand im August in Kirchhof bei Melsungen. © Horst Wenderoth

Der Dürresommer 2022 wird den Feuerwehren im Schwalm-Eder-Kreis im Gedächtnis bleiben. Die Zahl der Einsätze aufgrund von Vegetationsbränden ist deutlich größer als in den Vorjahren.

Schwalm-Eder – Nach Angaben des Schwalm-Eder-Kreises mussten die Brandschützer zu 53 Einsätzen der Kategorie F Wald 1 (40) und F Wald 2 (13) ausrücken. Die Zahlen kategorisieren die Größe des Brandes. Dabei sind in der Statistik noch nicht einmal alle Vegetationsbrände berücksichtigt, viele Kleinbrände werden unter einem anderen Stichwort erfasst, in der Regel F1, also „Feuer Klein“.

Selbst ohne diese Brände wird das Ausmaß der zusätzlichen Belastung für die Wehren in diesem Sommer deutlich: Zum Vergleich, im Vorjahr waren es lediglich sieben Einsätze, 2020 gab es 24 und 2019 in Summe 36 Einsätze dieser Art. Die meisten Vegetationsbrände gab im vergangenen Jahr laut Kreis in Schwalmstadt und Felsberg.

bessere Ausbildung für Waldbrandbekämpfung

Wie in vielen Gebieten Deutschlands geht der langfristige Trend bei Wald und Flächenbränden auch im Landkreis nach oben. Durch die Zunahme der Vegetationsbrände sei es notwendig, im Bereich der Ausrüstung und Ausbildung Anpassungen vorzunehmen, erklärte ein Kreissprecher: „Der Schwalm-Eder-Kreis hat im Bereich Ausbildung reagiert und ein Seminar „Waldbrandbekämpfung“ in das Programm aufgenommen.“

Feuerwehr benötigt spezielle Ausrüstung

Für die Ausstattung der Feuerwehren ist jede Kommune selbst verantwortlich. Da Vegetationsbrände überwiegend im Sommer passieren, sei es nicht von Vorteil, wenn von den Einsatzkräften die übliche Brandschutzüberbekleidung getragen werde, mahnt der Landkreissprecher und fordert: „Im Bereich der Ausrüstung sollte, aufbauend auf die Waldbrandsets des Landes Hessen, entsprechende Ausrüstung beschafft werden, um den Feuerwehrangehörigen das notwendige Werkzeug an die Hand zu geben, effektiv eine Brandbekämpfung durchführen zu können.“

Aber nicht nur bei der Schutzausrüstung und der Ausstattung müssen sich die Feuerwehren anpassen. Vegetationsbrände gehören zukünftig zum Einsatzspektrum, sind Experten überzeugt. Es sei notwendig, im Bereich der Einsatzplanung und Vorbereitung den Fokus auf diesen Bereich zu legen, also bereits im Frühjahr die Einsatzpläne anzufassen und anzupassen sowie engen Kontakt zu den Waldbesitzern/Forstbehörden zu halten, heißt es aus dem Kreishaus. (Matthias Haaß)

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