Sparkasse zieht sich zurück

Zahlstelle bestand seit 2002 – Viele bedauern die Schließung

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Zahlstelle der Stadtsparkasse öffnet nicht mehr: Sie sieht sich nicht in der Lage, das Angebot in Hephata aufrechtzuerhalten. Der Raum befindet sich zwischen Cafeteria und Laden. 

Mancher wusste womöglich gar nicht, dass es in Hephata eine Zahlstelle der Stadtsparkasse Schwalmstadt gab.

Seit 1. Januar ist sie dauerhaft geschlossen. „Das ist mir unbegreiflich“, sagt Karin Neumann, „ich hörte von vielen, die das nicht verstehen“.

2002 hatte die Stadtsparkasse mit diesem Service begonnen, so Vorstandschef Wilhelm Bechtel, und das sei damals gegen Trend geschehen. Seinerzeit hätten allerdings ganz andere Bedingungen geherrscht. 

Sarkasse in Hephata: Benutzerzahlen rückläufig

Inzwischen sei die Inklusion stark spürbar, viele Menschen seien aus Hephata weg in Außengruppen gezogen, die Benutzerzahlen hätten sich immer weiter reduziert. Diejenigen, die noch in der Stadt wohnen, würden die Hauptstelle oder die Filiale in der Friedrich-Ebert-Straße vorziehen.

Wilhelm Bechtel, Chef der Sparkasse

Zuletzt war die Zahlstelle an nur noch einem Nachmittag pro Woche geöffnet gewesen. Doch aus ihrer Sicht hätten noch immer viele Menschen, Bewohner, Mitarbeiter und Ehemalige, die in der Gegend wohnen, den Service lebhaft genutzt, so die 77-jährige Karin Neumann, früher Hephata-Erzieherin. Sie habe zwar kaum Hoffnung, dass die Stadtsparkasse die Entscheidung zurücknimmt, will aber auf jeden Fall dafür eintreten.

 „Dass auch Sparkassen rentabel wirtschaften müssen, ist mir klar, aber muss das gerade an den schwachen Menschen mit geistiger und körperlicher Einschränkung sein?“, formuliert sie es. Auch die zuletzt 2,5 Stunden seien ein Beitrag zu ihrer Autonomie gewesen, die nicht mehr so mobilen Anwohner hätten es ebenfalls sehr geschätzt.

Sparkassen-Vorstand wirbt um Verständnis

Leider funktioniere das so nicht mehr, wirbt Vorstand Bechtel um Verständnis, aus der anfänglichen Win-Win-Situation sei für sein Haus eine zu große Herausforderung gewesen, von den ständigen Kosten für eine Standleitung über die Vorhaltung von Personal bis hin zur technischen Ausstattung wie dem Kontoauszugsdrucker. „Aber wir bleiben ja gute Ansprechpartner in der Stadt, nur eben nicht mehr dort vor Ort.“

Hephata-Direktion habe sich für Erhalt eingesetzt

Die Hephata-Direktion betont, dass sie sich für den Erhalt des Services eingesetzt habe. „Wir haben sowohl in Gesprächen mit dem Sparkassen-Vorstand als auch im Gespräch mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden und Schwalmstädter Bürgermeister Stefan Pinhard versucht, die Sparkasse dazu zu bewegen, die Zahlstelle aufrecht zu erhalten“, sagt Hephata-Vorstand Maik Dietrich-Gibhardt. Leider habe dies aber zu keinem positiven Ergebnis geführt. „Dies bedauern wir sehr“, so Dietrich-Gibhardt.

Klienten können weiterhin Bargeld abheben

Hephata-Klienten können sich aber weiterhin auf dem Stammgelände mit Bargeld versorgen. Künftig gibt es in der Hauptkasse der Hephata-Verwaltung für Hephata-Klienten die Möglichkeit, sich mit der EC-Karte Geld auszahlen zu lassen, teilte das Hessische Diakoniezentrum mit.

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