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Zehn Ziegenhainer wurden am Montag gelattcht

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Machten beim Lattchen im Festzelt mit: Das Ehepaar Jennifer und Lukas Roth mit Nachwuchs.
Machten beim Lattchen im Festzelt mit: Das Ehepaar Jennifer und Lukas Roth mit Nachwuchs. © Jochen Schneider

Am Montag endete die Salatkirmes in Ziegenhain. Nach der großen Feuerwehrübung wurden im Festzelt Ziegenhainer Neubürger „gelattcht“.

Ziegenhain. Das Wetter machte dem Ablauf der Salatkirmes am Montag einen Strich durch die Rechnung, denn es war nicht zu heiß, sondern ganz im Gegenteil, durch den herbei gesehnte Landregen mussten die Ehrungen der Feuerwehr ins Festzelt verlegt werden, so dass auch das sogenannte „Lattchen“ erst später beginnen konnte.

„Beim „Lattchen“, der Schwälmer Ausdruck für Salat, bekommen die Neubürger einen Salatkopf um den Oberarm gebunden und werden von den starken Armen der Ziegenhainer Feuerwehrmänner und -frauen in die Luft geworfen, sie werden damit in die Gemeinschaft aufgenommen“, erklärt Michael Seeger, Geschäftsführer des Kirmesausschusses Ziegenhain und Verantwortlicher für den gesamten Ablauf. Dazu zählen nicht nur Privatpersonen, sondern auch Gastronomen und Gewerbetreibende.

Zeitzeuge erinnert sich

Insgesamt zehn Neubürger befanden sich auf der Liste der Feuerwehr: Neben Michael Seeger auch der neue Leiter der JVA Schwalmstadt Dr. Günther Fleck, Lukas und Jennifer Roth mit Kindern, Jens Körber, Marcel Bauer, Daniel Geibel, Patrick Gebauer, Annemarie Kitz und Julia Obst. Sie alle bekamen neben dem Salatkopf eine Urkunde ausgehändigt und ließen sich im wahrsten Sinne des Wortes hochleben.

Doch seit wann gibt es diesen Brauch? Das fragte sich auch ein Team des Hessischen Rundfunks, das für die Hessenschau vor Ort war. „Meines Wissens seit 1949“, sagt Hans-Joachim Barwe, zweiter Vorsitzender der Feuerwehr Ziegenhain und weiß ferner zu berichten, dass in früheren Zeiten alle Neubürger auch gleich Mitglied bei der Feuerwehr wurden, heute ist das freiwillig, doch machen alle davon Gebrauch. Martin Geißler, erster Vorsitzender und Moderator des Schwälmer Brauchs konnte dann von der Bühne verkünden, dass sich ein Zeitzeuge im Zelt befindet, der 99 Jahre alte Horst Abraham, der 1950 selbst „gelattcht“ wurde, wie er sich erinnert.

Der Applaus war ihm gewiss. Ein erfolgreicher Tag für die Ziegenhainer Feuerwehr, die mit Mann und Frau vor Ort einen reibungslosen Ablauf nebst Essensausgabe auf die Beine gestellt hatte und sich mit ihrer Feuerwehrübung zuvor im Chinapark ins rechte Licht setzen konnte. (Jochen Schneider.)

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