Zeichen gegen Egoismus

Neukirchen: Schüler erinnern in Neukirchen an Reichspogromnacht

Gemeinsames Projekt: Schüler der Melanchthon-Schule erinnern mit Textbeiträgen an die Anfänge der Schreckensherrschaft.
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Gemeinsames Projekt: Schüler der Melanchthon-Schule erinnern mit Textbeiträgen an die Anfänge der Schreckensherrschaft.

In Neukirchen kamen am Dienstag Vertreter der Stadt und Schüler der Melanchthon- und Steinwaldschule zusammen, um an den 9. November 1938 zu erinnern

Neukirchen. Am Gedenkstein vor der ehemaligen Synagoge der Hausnummer 21 in der Untergasse kamen am Dienstag Vertreter der Stadt und Schüler der Melanchthon- und Steinwaldschule zusammen, um an den 9. November 1938 zu erinnern. 27 jüdische Familien mit 101 Menschen hatten in der Reichspogromnacht in Neukirchen gelebt.

Diese Nacht gehört zu den schlimmsten und beschämendsten Momenten der Deutschen Geschichte: 83 Jahre ist es inzwischen her, dass die NSDAP und ihre Sympathisanten hunderte Synagogen, weit über 8000 jüdische Geschäfte und zahllose Wohnungen in Deutschland zerstörten. Etwa 100 Menschenleben forderte die Reichspogromnacht, 30 000 jüdische Mitbürger wurden in Konzentrationslager gebracht.

Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit

„Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind eben keine Selbstverständlichkeit und die Werte achtsamen Zusammenlebens wie Respekt und Toleranz müssen immer wieder erarbeitet werden“, sagte Neukirchens Bürgermeister Marian Knauff. Deshalb forderte er die Schüler auf: „Zeigen Sie klare Kante“. Für Nora Dinges, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde, ist der Tag Teil „unserer Erinnerungskultur, an dem wir ein Zeichen gegen Egoismus, Angst und Gedankenlosigkeit setzen“.

Zehntklässler der Steinwaldschule Neukirchen erinnerten mit Textbeiträgen an das Schicksal der jüdischen Familie Markus Nussbaum, die in der Knüllstadt gelebt und gearbeitet hatte. „Das Projekt haben wir nach den Herbstferien umgesetzt“, erklärt Lehrerin Lisa Gümpel und weiß, dass im kommenden Frühjahr Stolpersteine für die achte jüdische Familie aus Neukirchen gesetzt werden sollen.

Schüler der MelanchthonSchule stellten ihre vorgebrachten Textbeiträge unter das Motto: „So fing es an“. Deutlich wurde, dass auch in der heutigen Zeit schnell jemand stigmatisiert werden kann und es an uns allen liegt, nicht wegzuschauen, sondern jeglichen Hass und Intoleranz entgegen zu treten.

Musikalisch wurde die Gedenkveranstaltung vom Posaunenchor der Melanchthon-Schule begleitet. (Jochen Schneider)

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