Reichspogromnacht: Gedenkveranstaltung in Neukirchen

Ein Zeichen setzen

Erinnern an das Unfassbare: Schüler erinnerten im Vorjahr am Gedenkstein an die Reichspogromnacht in Neukirchen. Archivfoto: Rose

Neukirchen. An die schrecklichen Ereignisse der Reichspogromnacht 1938 wird am Montag, 9. November, in Neukirchen erinnert. „Alle, die sich öffentlich erinnern und damit ein Zeichen setzen wollen“, erklärt Bürgermeister Klemens Olbrich, sind eingeladen zur bereits 16. Neukirchener Gedenkveranstaltung.

Seit 1993 bereitet die Stadt Neukirchen alljährlich für den 9. November eine Gedenkveranstaltung vor: In diesem Jahr wird vor der ehemaligen Synagoge in der Untergasse in Neukirchen ein Gedenkstein feierlich enthüllt. Dieser soll an die ehemaligen Mitbürger jüdischen Glaubens in Neukirchen erinnern.

Die Inschrift der Gedenktafel lautet: „Das gegenüberliegende Gebäude diente der jüdischen Gemeinde seit 1832 als Synagoge. Während des Naziregimes wurden alle Juden aus Neukirchen vertrieben oder verschleppt und die Synagoge am 9. November 1938 innen verwüstet.“ Insgesamt 27 jüdische Familien mit 101 Menschen hatten in Neukirchen zum Zeitpunkt der Reichspogromnacht gelebt.

Die Synagoge, der kulturell-religiöse Mittelpunkt der israelitischen Gemeinde Neukirchens, stand in der Untergasse. Thea Altaras hat sie in ihrem Buch „Synagogen in Hessen“ (1988) so beschrieben: „Im Februar 1832 erwarb die israelitische Gemeinde zu Neukirchen ein Privathaus in der Untergasse (...) Im Gebäude sind Synagoge, Schule, Lehrerwohnung und Bad (Ritualbad) eingerichtet worden.“

In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge innen verwüstet. Auch der jüdische Friedhof blieb vor den Taten des nationalsozialistischen Terrors nicht verschont: „SA-Männer stürzten in sinnloser Weise viele Grabsteine um und brachten damit ihren Judenhaß selbst gegenüber den Toten auf diese Weise zum Ausdruck“, heißt es in einem Aufsatz des früheren Bürgermeisters Friedhelm Walper und Adolf Biskamp. (jkö) Programm

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