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Schwerlast-Rettungswagen ist in Ziegenhain stationiert

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Von: Matthias Haaß

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Das Foto zeigt den Schwerlast-Rettungswagen von innen.
Flexibel: Nur bei Bedarf wird der Schwerlast-Rettungswagen mit der besonderen Trage ausgerüstet. © DRK Schwalm-Eder

In Ziegenhain gibt es einen Rettungswagen für adipöse Patienten. Es ist im Schwalm-Eder-Kreis der Einzige seiner Art.

Ziegenhain – In einem Rettungswagen ist die Krankentrage wohl eine der wesentlichen Ausstattungsgegenstände. Mittlerweile spricht man auch von Fahrtrage. Die Rollen des Fahrgestells erleichtern die Arbeit der Rettungsdienstmitarbeiter, denn schwer genug ist sie allemal.

Auf der Rettungswache in Ziegenhain steht ein RTW, den es im Landkreis nur einmal gibt, ein Schwerlast-Rettungswagen, im Fachjargon kurz S-RTW genannt. Dieses Fahrzeug komme zum Einsatz, wenn die Standardkrankentrage an ihre Belastungsgrenzen stoße, erklärt der Leiter Rettungsdienst, Marco Hille vom DRK Schwalm-Eder.

Portrait von Marco Hille DRK Schwalm-Eder
Marco Hille, DRK Schwalm-Eder © Haaß, Matthias

Zum Beispiel, wenn die Krankentrage zu schmal für den Patienten ist oder wenn das Körpergewicht des Patienten die maximale Grenze der Tragfähigkeit von 250 Kilo überschreitet. „Wir hatten schon Patienten mit einem Gewicht von gut 350 Kilogramm“, so Hille.

In diesen Situationen darf die normale Krankentrage nicht verwendet werden, weil der Transport des Patienten nicht mehr möglich und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. In diesen Fällen werde das Schwalmstädter Fahrzeug für den Transport von adipösen, also übergewichtigen Patienten, hinzugezogen, so der Rettungsdienstleiter.

Trage ist für bis zu 300 Kilo geeignet

Der S-RTW hat eine spezielle Fahrtrage, die für den Transport von adipösen Patienten ausgelegt ist. Die restliche Ausstattung ist mit der eines RTW identisch. Die im S-RTW verbaute Trage inklusive der Vorrichtung im Fahrzeug hat laut DRK eine Tragfähigkeit von maximal 300 Kilo und kann auf bis zu 82,5 Zentimeter verbreitert werden. Zum Vergleich: Die Krankentrage in einem normalen Rettungswagen hat eine maximale Breite von 55 Zentimetern.

Die Schwerlasttrage ist im Rettungswagen.
Breiter: Die Schwerlasttrage nimmt im Rettungswagen mehr Platz ein. Dadurch haben es adipöse Patienten aber auch bequemer. © Privat

Sollte bei einem Einsatz bekannt sein, dass ein Transport mittels Rettungswagen oder Krankentransportwagen (KTW) nicht möglich sei, werde der S-RTW durch die Leitstelle direkt dem Einsatz zugeordnet, erklärt der DRK- Mann: „Ergibt sich allerdings erst im Verlauf eines Einsatzes, dass der RTW/KTW zum Transport nicht ausreicht, kann der S-RTW nachgefordert werden.“

Flexibel einsetzbar

Eine Besonderheit am S-RTW des DRK im Schwalm-Eder-Kreis ist seine Flexibilität, denn er kann auch gleichzeitig regulär als Mehrzweckfahrzeug eingesetzt werden. Sollte es einen Einsatz mit einem adipösen Patienten geben, dann könne ein eingespieltes Team den Rettungswagen in zehn Minuten umrüsten, sagt Marco Hille.

Bevor der Schwerlast-Rettungswagen 2018 in Dienst gestellt wurde, habe man improvisieren müssen, erinnert sich der Rettungsdienstleiter. Unter anderem kamen dabei mit Unterstützung der Feuerwehr oft Schleifkorbtragen zum Einsatz.

Aber auch der Schwalmstädter Schwerlast-Rettungswagen ist schon bald wieder Geschichte. In den neuen Fahrzeuggenerationen gebe es zukünftig nämlich elektrohydraulisch Fahrtragen, die mit einem Gewicht von bis zu 360 Kilogramm belastbar sein werden, erklärt Marco Hille: „Mittelfristig kann dann im Schwalm-Eder-Kreis also jeder RTW adipöse Patienten transportieren.“ (Mathias Haaß)

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