Bei Kampfmittelräumung entdeckte Behälter werfen Fragen auf - Ministerium schweigt

Ominöser Fund im Wallgraben: Was ist in den Ampullen?

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Aufwendige Arbeiten: Zentimeter für Zentimeter werden die beiden Wallgraben-Gewässer nach gefährlichen Altlasten abgesucht. Kürzlich wurden im Kleinen Wallgraben Ampullen gefunden. Die Räumung musste kurzfristig gestoppt werden. 

Ziegenhain. Ein ominöser Fund lenkt den Blick auf die Kampfmittelräumung des Wallgrabens in Ziegenhain. Mehrere Ampullen mit unklarem Inhalt wurden entdeckt und untersucht.

Das Justizministerium bestätigt Informationen der HNA, dass bei der aktuell laufenden Suche im Wallgraben nach den Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg mehrere Ampullen gefunden wurden. Über deren Inhalt kann nur spekuliert werden. Seit dem Frühjahr 2017 wird der Wallgraben nach gefährlichen Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg durchsucht. 

Inhalt

Laut Ministerium kann deren Substanz nach einer Untersuchung zwar als unproblematisch eingestuft werden. Unbeantwortet lässt die Behörde allerdings Fragen nach der Art des Inhalts und der Menge der Ampullen. Auch über das Alter des Fundes gibt es keine Aufklärung. „Sicher ist, dass die Ampullen keine explosiven und chemischen Kampfstoffe enthalten“, beruhigt Ministeriumssprecher René Brosius im Gespräch mit dieser Zeitung.

Arbeiten

An der Fundstelle im Kleinen Wallgraben habe es kurzfristig einen Arbeitsstopp gegeben. Die Arbeiten seien jedoch an anderer Stelle fortgesetzt worden, sodass die Räumung im Wallgraben insgesamt dadurch nicht beeinträchtigt worden sei. Auch durch die kalte Witterung sei das Vorhaben insgesamt nicht beeinflusst.

Planung

Alles sei im Plan, erklärt Brosius. Der sieht vor, dass das 10,9-Millionen-Euro teure Projekt der Kampfmittelräumung nach einer Arbeitsphase von circa anderthalb Jahren bis zum Herbst 2018 abgeschlossen sei. Im November 2016, bei Beginn der Hauptarbeiten, hieß es noch aus dem Ministerium, dass witterungsbedingte Unterbrechungen wie beispielsweise das Zufrieren des Wassers nicht einkalkuliert seien. Die Arbeiten könnten sich auch verkürzen, denn es wird mit zwei Baggern gleichzeitig im Großen und im Kleinen Wallgraben gearbeitet.

Größere Entdeckungen nennt das Ministerium nicht. Berichtet wurde in der Vergangenheit von einem Granatenfund, der vor Ort gesprengt wurde, und einem stinkenden klumpenden Gebinde. Auch Bauschutt, Schrott und historische Funde wurden vermeldet. Wie viel der Gewässerfläche und der Uferbereiche bereits geräumt sind, wird nicht genannt. 

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