Chinapark

Altkleidercontainer vor Flüchtlingsheim: Nicht für den guten Zweck

Sorgt für Irritationen: Im Eingangsbereich der Flüchtlingseinrichtung im Chinapark steht ein kommerzieller Altkleiderbehälter. Foto: Grede

Ziegenhain. Am Eingang der Flüchtlingsnotunterkunft im Chinapark in Ziegenhain irritiert ein Kleidercontainer der Firma Humana. Kleiderspendern ist nicht klar, dass sie dort nicht für die Flüchtlinge spenden, sondern einen kommerziellen Zweck bedienen.

Nicht nur dem Ziegenhainer Dieter Knauf war aufgefallen, dass nahe der Notunterkunft im Chinapark mehrere Kleidercontainer der Firma Humana aufgestellt worden sind. Knauf berichtet zudem, dass er Zeuge geworden sei, wie eine Frau am Eingang des Chinaparks dem Wachpersonal einen gut übereinander gelegten Stapel sauberer Wäsche übergeben wollte. Der Wachmann soll die Annahme abgelehnt haben und auf den neben dem Eingang stehenden Container mit dem Hinweis verwiesen haben, dass die Kleidung aus diesem Behälter den Flüchtlingen zugute käme.

Das Rote Kreuz 

Manfred Lau, Geschäftsführer des DRK Schwalm-Eder, zeigte sich sichtlich überrascht: „Das war uns noch nicht aufgefallen.“ Ärgerlich sei das insbesondere, weil das Rote Kreuz händeringend Kleidung, insbesondere für jüngere Männern in kleineren Größen, suche. Die Kleidersammlungen der auf dem Container genannten Firma dienen keinem humanitären Zweck, ist er sich sicher. Auch ob eine Genehmigung für das Aufstellen des Containers vorliegt, erscheint ihm fraglich.

Das Ordnungsamt 

Die Stadt Schwalmstadt sei in diesem Fall nicht zuständig, erklärte Doris Heinmüller, Leiterin des Ordnungsamtes. Der Container stehe nicht im öffentlichen Bereich, sondern auf dem der Kreissparkasse, Eigentümerin des Chinapark-Areals. Dass gewerbliche Kleidercontainer im Stadtgebiet auftauchen, sei kein Einzelfall bestätigte sie. Manche der Container hätten noch nicht mal einen Aufkleber, der auf den Betreiber hinweist. Teilweise stellen die Firmen ihre Behälter direkt neben denen gemeinnütziger Organisationen auf. Befinden sich die Standorte auf privatem Gelände, habe die Stadt allerdings keine Handhabe. Es gebe ausschließlich ein Abkommen mit dem Roten Kreuz.

Der Landkreis 

Auch der Landkreis weist in diesem Fall die Verantwortung von sich. Die Container seien grundsätzlich nicht verboten und stünden nicht innerhalb der Flüchtlingseinrichtung sondern davor. Zuständig sei die Kreissparkasse. Der Landkreis appelliert, Kleiderspenden für Flüchtlinge direkt beim Roten Kreuz an den bekannten Sammelstellen abzugeben.

Die Kreissparkasse 

Man werde umgehend aktiv werden, verspricht Heinz Schröder, Geschäftsführer der Vertriebs- und Immobilien GmbH der Kreissparkasse auf Anfrage der HNA. „Die Firma Humana hat den Container ohne Erlaubnis der Kreissparkasse aufgestellt“, sagt er.

Der Behälter steht seiner Ansicht nach bereits seit mehreren Monaten an dieser Stelle. Er selbst habe mehrfach bei der Firma angerufen, sagt Schröder. Aber erst am gestrigen Dienstag habe er einen persönlichen Kontakt mit dem Unternehmen bekommen und die dort Zuständigen aufgefordert, den Behälter zu entfernen. Bis dahin will die Kreissparkasse dafür sorgen, dass der Container abgedeckt wird und nicht mehr zugänglich ist.

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