Lebte lange Zeit in den USA

Historikerin leitet seit Jahresbeginn das Museum der Schwalm

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Simone de Santiago Ramos ist die neue Museumsleiterin in Ziegenhain. Das Foto zeigt sie inmitten der Schwälmer Puppengruppe in der ersten Etage des Museums. 

Ziegenhain. Simone de Santiago Ramos ist die neue Museumsleiterin in Ziegenhain. Sie fühlt sich wohl in der Chefrolle, das verrät allein schon ihre E-Mail-Adresse. 

Sie ist die Hüterin des Gedächtnisses der Schwalm und nun auch der Geschichte, Tradition und Kunst der Region im Steinernen Haus am Paradeplatz. Seit Jahresbeginn leitet Simone de Santiago Ramos nicht nur das Archiv der Schwalm, sondern auch das Museum der Schwalm.

Dass Simone de Santiago Ramos gerne Chef ist, belegt schon ihre E-Mail-Adresse, die mit „chefsimone“ beginnt. Und ihre beiden Berufsausbildungen kann sie so auf jeden Fall in Einklang bringen. Simone de Santiago Ramos ist promovierte Historikerin mit Schwerpunkt Militärgeschichte und hat zudem einen Magister in Event- und Hotelmanagement. Erworben hat sie ihre Abschlüsse in den USA. Dorthin ist sie nach der Schule ausgewandert und 35 Jahre hat sie unter anderem in Oklahoma, Florida und Texas gelebt, erzählt die neue Museumschefin. Seit vier Jahren ist sie wieder zurück in der Schwalm.

Berufserfahrung in den USA gesammelt

Erfahrung in der Archivarbeit hat sie an der University of North-Texas gesammelt. Auch der Herausforderung, die Veranstaltungen des Ziegenhainer Museums zu organisieren, kann sich die neue Leiterin locker stellen. Immerhin hat sie es geschafft, in einem 1700-Betten-Hotel in Dallas den kompletten Roomservice als dessen Chef zu managen.

„Ich bin nicht das Museum, ich muss das mit anderen machen“, stellt die neue Leiterin klar. Auch will sie nicht gleich alles umkrempeln. Einige Akzente will die Ziegenhainerin dennoch setzen. Gerne möchte sie den Bestand des Museumsshops etwas entstauben. „Kleinigkeiten, die ins Handgepäck passen“, soll es künftig geben. Die Herausforderung dabei ist die „Trennung zwischen Anspruch und Kitsch“.

Gerne würde sie das alte Schwälmer Kochbuch wieder aufleben lassen und auch der Museumspädagogik räumt sie einen großen Stellenwert ein. Es soll nicht nur Kooperationen mit Schulen und Kindergärten geben. Möglich ist es auch, Kindergeburtstage im Museum zu feiern. Die könnten unter anderem unter dem Schwerpunkt Vor- und Frühgeschichte stehen.

Im Museum kann geheiratet werden

Mehr darauf aufmerksam machen möchte sie, dass im Museum der Schwalm auch standesamtlich geheiratet werden kann. Drei unterschiedliche Angebote gibt es dazu. Die beinhalten zum Beispiel einen Sektempfang, eine dekorierte Turmtreppe oder die Nutzung der Seifenblasenmaschine.

Die wenigsten wüssten, dass der Lüderkeller für Veranstaltungen zu mieten ist, meint sie. 30 bis 40 Personen passen in das Kellergewölbe, das auch eine Küche bietet.

Das Museumsjahr 2019 beginnt mit dem Ostermarkt. Zwei Kunstausstellungen soll es geben. Anlässlich der Salatkirmes wird das Museum Weißstickerei präsentieren. Schon jetzt sammelt Simone de Santiago Ramos Exponate für eine Ausstellung anlässlich des 80. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkriegs.

Zur Person

Dr. Simone de Santiago Ramos wurde in Marburg geboren und wuchs in Ziegenhain auf. Sie besuchte die Melanchthon-Schule und ging zügig nach dem Schulabschluss mit ihrem Mann, einem in Treysa stationierten US-Soldaten, in die USA. Dort arbeitete sie zunächst in der Schulküche eines Militärstützpunkts, später studierte sie Hotelmanagement und Geschichte. Seit vier Jahren lebt sie wieder in Ziegenhain. 

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