Auf dem Flugplatz in Ziegenhain gehts wieder los

Segelflieger starten wieder

Ausbildung läuft wieder: Auch für Flugschüler Lukas Beyer geht es auf dem Segelflugplatz in Ziegenhain wieder los.
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Ausbildung läuft wieder: Auch für Flugschüler Lukas Beyer geht es auf dem Segelflugplatz in Ziegenhain wieder los.

Ein ungewohntes Bild bot sich an den ersten sonnigen Frühlingswochenenden vielen Fahrradfahrern und Spaziergängern, die auf dem Damm in Ziegenhain ihre Runden drehten. Keine Menschenseele auf dem Segelflugplatz, kein kreisender Segelflieger im Himmel über Schwalmstadt.

Inzwischen aber dürfen die Ziegenhainer Segelflieger wieder starten.

Ludwig May begrüßt diese Entscheidung: „Das Fliegen sollte ähnlich wie das Motorradfahren bewertet werden. Wir hätten eigentlich ohne Probleme schon in den Osterferien wieder anfangen können.“ Denn eine Infektionsgefahr ist nach Ansicht des ersten Vorsitzenden der Flugsportvereinigung Schwalm beim Segelfliegen fast ausgeschlossen.

Flugverbot aufgehoben 

Trotz des Unverständnisses hielt sich der Segelflugverein an das Flugverbot. Auch weil anders als bei reinen Motorflug-Vereinen keine existenziellen Einnahmeausfälle zu befürchten waren. Dank der weiter gezahlten Jahresmitgliedsbeiträge hatten nur die Betriebskosten für den Motorsegler, der eigentlich schon 60 Flugstunden in diesem Jahr absolviert haben sollte, negative finanzielle Auswirkungen. Mindestens 2000 Euro fehlen daher in der Kasse, die jetzt aber wegen der am vorletzten Wochenende vollzogenen Wiederinbetriebnahme des Flugplatzes „Der Ring“, der zu den größten Segelfluganlagen von über 100 Flugplätzen in Hessen zählt, wieder entlastet wird.

Neustart mit Einschränkungen 

Allerdings ist der Neustart mit Einschränkungen verbunden. Weder darf das Vereinsheim genutzt werden, noch sind Veranstaltungen wie Vereinssitzungen erlaubt. Zu allem Überfluss ist derzeit auch eine Winde für den Start defekt. Dank des zweiten ansässigen Vereins – der Akademischen Fliegergruppe der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt – die den Schwälmer Piloten ihre funktionsfähige Winde zur Verfügung gestellt haben, ist das Fliegen aber reibungslos möglich. „Natürlich beachten wir dabei die vorgegebenen Regeln“, versichert der stellvertretende Vorsitzende Roman Spohr. Aufgrund der möglichen Ansteckungsgefahr soll nur eine Person im Flugzeug Platz nehmen. Da der Großteil der Flüge sowieso allein organisiert wird, ist diese Beschränkung für die Flugsportler hinnehmbar.

Auch hier wird desinfiziert, Reinigung des Cockpits und Theorie nur mit fünf Personen

Nur bei Ausbildungsflügen, die ebenfalls wieder erlaubt sind, sitzen Fluglehrer und Schüler zusammen im Doppelsitzer. Zum Schutz wurde hier eine Scheibe eingebaut. Das Desinfizieren der Hände ist ebenso Pflicht wie die regelmäßige Reinigung des Cockpits im Innern des Flugzeugs. Theoriestunden dürfen mit maximal fünf Personen in einem Raum stattfinden. Wenn diese Vorgaben während des Flugbetriebs eingehalten werden, gibt es auch für die 19. Kunstflugwoche in der ersten Woche der Sommerferien vom 5. bis 11. Juli keine größeren Bedenken. Unter der Leitung von Martin Schmerer sollen die Aus- und Weiterbildung sowie das Training im Segelkunstflug wie gewohnt organisiert werden. Bei der Kunstflugwoche fliegen die Teilnehmer alleine. Bisher haben sich vier Personen für die Grundausbildung und neun Weiterbilder angemeldet.

Noch sind Plätze frei

Noch sind einige freie Plätze für Interessierte verfügbar. Übernachtungsmöglichkeiten, die eine Infektionsgefahr für die Teilnehmer ausschließen, sollen bis dahin gewährleistet sein.

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