Kampfmittelräumung kostet 16 Millionen Euro

Kleiner Wallgraben in Ziegenhain von militärischen Altlasten befreit

+
Schaufelbagger siebt den Schlamm: Die Räumungsarbeiten am Kleinen Wallgraben sind fast abgeschlossen.

Ziegenhain. Die Kampfmittelräumung am Kleinen Wallgraben stehen kurz vor dem Abschluss. Aus ungefähr 90 Prozent des Gewässers östlich der Festungsstraße sind die gefährlichen Altlasten entfernt. Diese Nachricht hatte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) gestern bei einem Ortstermin in Ziegenhain im Gepäck.

Noch stehen Arbeiten am Großen Wallgraben aus. Dort müssen die Kampfmitttelräumer noch etwas mehr als die Hälfte bearbeiten. Das Ende der Gesamtarbeiten will der LBIH (Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen) nicht nennen. Dennoch beginnen die Stadt Schwalmstadt und das Ministerium als Eigentümer, sich Gedanken über die Zukunft des Gewässers zu machen, dessen Fläche immerhin 40 000 Quadratmeter einnimmt. Nachgedacht werde bereits darüber, ob es nicht sinnvoll wäre, das Gewässer an die Stadt abzugeben, so Kühne-Hörmann.

Aus Sicht der Ministerin könnte es durchaus möglich sein, zumindest den Kleinen Wallgraben bald freizugeben. Dann könnte zum Beispiel der Angelsportverein diesen Teil der Wehranlage wieder nutzen. Zuletzt war das vor elf Jahren möglich gewesen. Vereinsvorsitzender Stefan Krumpholz würde das sehr begrüßen. Fische könnten wieder eingesetzt werden, meint er. Zunächst müsste allerdings der Bestand gesichtet werden.

Kühne-Hörmann stellte klar, dass das Projekt Kampfmittelräumung seinen Abschluss in der Wiederherstellung der Außenanlage habe – was am Kleinen Wallgraben in absehbarer Zeit der Fall sei. Die Stadt könnte sich als Nutzer oder eventuelle Eigentümerin in Abstimmung mit den Behörden miteinbringen, stellt sich die Ministerin vor.

An der Stadt sei es in diesem Zusammenhang, alle Partikulärinteressen zu bündeln. „Ein touristisches Kleinod für Ziegenhain von Landesseite aus entwickeln, das können wir allerdings nicht“, betont die Ministerin. Das sollte die Stadt selbst übernehmen.

Die Stadt als Eigentümerin des Wallgrabens? Das ist bis jetzt noch nicht einmal ein Papiertiger. „Wir sind ganz am Anfang der Gespräche“, sagt dazu Bürgermeister Stefan Pinhard. Ein solches Vorhaben müsste zunächst auch noch die städtischen Gremien durchlaufen.

Mit der JVA als größtem Anlieger ist das Justizministerium für das Gewässer zuständig. Für knapp 16 Mio. Euro werden seit vergangenem Jahr militärische Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg aus den beiden Wallgräben geräumt. Gefunden wurde bis jetzt mehr als ursprünglich vermutet. Zum Beispiel elf Granaten darunter auch Sprenggranaten von 7,5 Zentimeter Durchmesser. Gesprengt wurden bei dieser Räumungsaktion drei Granaten. 2009 waren bereits eine Panzermine und diverse Hand- und Gewehrgranaten gesprengt worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.