Spaziergang durch die Festung Ziegenhain

SPD Landtagskandidatin Regine Müller im Porträt: Nah dran an der Region

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Lebensmittelpunkt in Ziegenhains Altstadt: Die Wasserfestung in Ziegenhain ist für die SPD-Landtagskandidatin Regine Müller privat wie auch beruflich als Landtagsabgeordnete von Bedeutung. 

Ziegenhain. Leichter Nieselregen liegt in der Luft beim Treffen mit Regine Müller in auf dem Paradeplatz in der Festung in Ziegenhain. Wie an kaum einer anderen Stelle kreuzen sich für die 59-Jährige dort private und berufliche Wege.

Seit mehreren Generationen ist die Festung Lebensmittelpunkt ihrer Familie, als Vorsitzende des Unterausschusses Justiz des hessischen Landtags („ein unheimlich interessanter Bereich“) hat die Landtagsabgeordnete durchaus häufiger mit dem Hochsicherheitsgefängnis im alten Landgrafenschloss am Paradeplatz zu tun. Nicht nur das: Mit ihrem Wohnhaus am Alleeplatz ist sie fast direkte Nachbarin von Hessens einziger Sicherungsverwahrung. Sorge um die Sicherheit? „Null“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Kurz unterbrochen wird das Gespräch unter dem Vordach der Neuen Wache, in der jetzt Schwalmstadts Tourismusbüro untergebracht ist, von einem Anzugträger. Er fragt nach dem Rathaus. Müller beweist Ortskenntnis und hat ihm schnell den Weg zum Ziegenhainer Amtsgebäude erklärt. „Jemand, der nicht kommunizieren kann, ist falsch in diesem Job“, meint sie. Für Regine Müller ist es der vierte Wahlkampf, ihre dritte Legislaturperiode neigt sich dem Ende zu. Dass Politiker die Nähe zu ihren Wählern verlieren, weist sie von sich. „Als Abgeordnete in der Schwalm kann man nicht abheben.“ Immerhin 50 Prozent ihrer Arbeitszeit verbringe sie mit den Menschen in ihrem Wahlkreis. Und außerdem: „In der Schwalm lebt man einfach ganz nah, außerhalb meines Wohnzimmers bin ich öffentlich.“

Weiter geht die Runde: An die Neue Wache könne sie sich noch erinnern als dort ein Rockerclub sein Domizil hatte, erzählt sie. Nebendran betrieben Müllers Urgroßeltern eine Metzgerei. Der Festungsrundgang führt inzwischen Richtung Kleiner Wallgraben. An der Festungsstraße scheint man nach dem ruhigen Paradeplatz plötzlich in einer anderen Welt. Auto an Auto, hinzukommen Laster und überdimensionale Traktoren. Schwierig ist es, über die Straße zu kommen. Zutreffend, was Müller sagt: „Eine belebte Innenstadt, vom Verkehr belastet.“ Bemühungen von Festungsanwohnern um eine Geschwindigkeitsbegrenzung sind ins Leere gelaufen.

Am Kleinen Wallgraben angekommen, ist die Sicht von einer Containerwand versperrt. Kampfmittelräumung. Das sei nur ein erster Schritt zur Rettung des historischen Gewässers, sagt sie. „Die Arbeiten dürfen nicht mit der Beseitigung der militärischen Altlasten abgeschlossen sein.“ Der Graben habe eine wichtige Funktion für den Grundwasserpegel innerhalb der Festung.

Weiter geht’s in Richtung ehemaliges Landratsamt, jetzt Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen. Dort hat sie früher mit den Landratstöchtern gespielt. Vis-à-vis droht jetzt das Schindlersche Haus zu verfallen, ein Leerstand mitten in der Stadt. Mit Fördermitteln müsse man Anreize bieten, auch ältere Häuser zu kaufen und zu renovieren, meint die Ziegenhainerin.

Zurück am Paradeplatz sind noch einmal die Zeiten nach der Wahl Thema. Die sind für Regine Müller aktuell nicht von Bedeutung. „Weiter als bis zur Wahl denke ich jetzt nicht.“ Über eine andere Zukunft will sie erst nachdenken, wenn es mal soweit ist.

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