Schuhhersteller stellt sich neu auf

Nach Übernahme: Keine Sicherheit für den Rohde-Standort in Ziegenhain

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Derzeit nicht gesichert: Der Standort des Schuhherstellers in Ziegenhain.

Ziegenhain. Die italienische Inblu Group sichert mit ihrer Übernahme von Schuh-Rohde im Gegensatz zu den vorherigen Investoren keine Standortgarantie zu.

Aktuell wird versucht, einen Großteil der weitläufigen Liegenschaft in Ziegenhain zu verpachten oder zu vermieten. Die beiden Schuh-Verkäufe in Ziegenhain und Borken wurden geschlossen.

Dennoch zeigt sich Harald Neisser, der bis zur Übernahme durch den italienischen Schuhhersteller Geschäftsführer des Ziegenhainer Unternehmens war, vorsichtig optimistisch: Rohde solle die Premium-Marke des italienischen Familienunternehmens sein. Die 50 verbliebenen Mitarbeiter werden unter anderem mit Entwicklung, Design, Vertrieb und Buchhaltung beschäftigt sein, so Neisser, der jetzt als Berater tätig ist. „Die Marke Rohde ist weiterhin beliebt“, ist Neisser überzeugt. Aus seiner Sicht ist es von Vorteil, dass es sich bei der Inblu Group um einen sogenannten strategischen Investor handelt. Im Gegensatz zu Finanzinvestoren haben sie meist eine weniger stark ausgeprägte Renditeorientierung, erklärt Neisser.

Aktuell rückt man nach der jüngsten Entlassungswelle zusammen. Die verbliebenen Verwaltungsangestellten werden sich auf einem Flur im einst äußerst luxuriös und großzügig angelegten vierstöckigen Bürogebäude konzentrieren. Nur noch ein Bruchteil der Liegenschaft wird genutzt werden, dazu zählt auch die vollverglaste Schuh-Entwicklungs-Abteilung. Insgesamt betrachtet Neisser das Objekt „als schwierige Immobilie“. Die Hallen seien für Speditionen zu flach; gescheitert sei er bei der Stadt mit der Idee, dort eine Art Fachmarktzentrum zu installieren.

Den aktuellen Wert des Unternehmens will Neisser nicht nennen. Nur soviel: Mit 9 Millionen Euro sei Rohde 2007 in die erste Insolvenz gegangen, bei der jüngsten waren es gerade mal 15 000 Euro. 

Hintergrund: Ein verzweigtes Unternehmen

Die Inblu Group um die indische Condor Footwear Limited (Ldt.) wurde bei Brescia gegründet, besteht seit den späten 1970er-Jahren und vereinigt mehrere Gesellschaften in Italien, Polen, Indien, Deutschland und der Ukraine unter einem Dach. Auf diese Produktionsschienen wird Rohde künftig setzen. Gefertigt wird allerdings weiterhin in zwei Firmen in Transnistrien (Moldawien). Neisser nennt Inblu ein Familienunternehmen. Er geht davon aus, dass einer der Schwiegersöhne des Firmenchefs künftig das Unternehmen in Ziegenhain leiten werde. Zunächst übernehme Fischer-Markenschuh, das auch zur Condor-Ltd. zähle, die Geschäftsführung.

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