Immer auf Augenhöhe bleiben

Neuer Jugendreferent im Kirchenkreis Ziegenhain

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Band zwischen Jugendlichen knüpfen: Julian Schnaubelt will als Jugendreferent im Kirchenkreis Ziegenhain zusammen mit Kollegen neue Angebote entwickeln. Um das ganze Bild zu sehen, klicken Sie oben rechts

Ziegenhain. Im vergangenen Sommer hat Julian Schnaubelt mit einer spektakulären Aktion auf die Jugendarbeit im Kirchenkreis aufmerksam gemacht:

Er seilte sich vom Kirchturm in Oberaula ab.Damit setzte der 26-jährige Jugendreferent ein Zeichen. Denn er will alles andere tun, als sich abzuseilen. Er kommt gerade erst richtig an.

Ein Jahr lang ist Schnaubelt zwischen seinem Büro neben dem Dekanat Ziegenhain und der Melanchthon-Schule gependelt. Am Gymnasium hat er Schulsozialarbeiterin Cornelia Hermann unterstützt. Ab Sommer wird er zu hundert Prozent für den Kirchenkreis tätig sein.

Für das Kreisjugendteam gibt es einige Baustellen: „Wir planen einen Fachtag gegen Rechtsextremismus. Wir stellen in der Konfi- und Jugendarbeit fest, dass rechte Parolen wieder lauter werden, die Hemmschwelle dazu sinkt“, berichtet Schnaubelt. Insgesamt mehr Projekte für Junge anzubieten, ist ein weiteres Ziel. Laut Schnaubelt gibt es in der Jugendarbeit im Kirchenkreis immer noch zu viele weiße Flecken: „Meine Aufgabe ist es, sie zu bebunten.“ Aktuell etabliert er Jugendtreffs in Breitenbach und Schrecksbach – die vakante Stelle in Schrecksbach soll aber wohl bald besetzt werden.

Die größte Anknüpfung, Jugendliche zu begeistern, sei das Konfi-Alter. Dazu sei ein Jugendgottesdienstkonzept mit Workshops in Planung, erklärt der 26-Jährige. Große Chancen für die Jugendarbeit sieht Schnaubelt aktuell in Obergrenzebach und Seigertshausen: „Hier gibt es viele Jugendliche, die sich engagieren wollen.“

Jugendliche zum Mitmachen zu motivieren sei mitunter schwierig. Zu zahllos seien die Möglichkeiten, die sich ihnen böten – in Zeiten von Smartphones, Snapchat, Whatsapp und Instagram. „Jugendliche sind übervoll mit Angeboten, immer tut sich irgendwo ein neues Fenster auf“, erklärt Schnaubelt. Daraus resultiere, dass sich junge Leute nicht festlegten: „Es könnte sich ja jeden Moment eine bessere Chance ergeben. Das macht unsere Arbeit schwierig.“

Wichtig sei, selbst gut informiert zu sein: „Sonst wird man von den Jugendlichen überholt“, ist der Pädagoge überzeugt. Alle drei bis fünf Jahre müsse sich die Jugendarbeit neu erfinden. Als Erfolgsgeschichte betrachtet der 26-Jährige das Projekt der Arche in Treysa. „Das ist niedrigschwellige christliche Jugendarbeit. Hier wird gemeinsam Nächstenliebe gelebt, ohne zu missionieren.“

Um persönliche Wertschätzung geht es auch Julian Schnaubelt: „Die findet im Alltag heute kaum noch statt“, sagt er. „Das ist die große Chance, die ich in der Jugendarbeit sehe. Dass wir uns wieder klar machen, was wir im Herzen fühlen und das auch aussprechen.“

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