Viel Arbeit steht bevor

Petri Heil: Wallgraben in Ziegenhain nach Kampfmittelräumung für Angler frei

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121 Jahre Vorstandsarbeit kommen auf diesem Foto zusammen: Der geschäftsführende Vorstand des Ziegenhainer Angelsportvereins mit von links Stefan Krumpholz, Steffen Horn, Heinz Jagdmann und Carsten Peppler freut sich, den Kleinen Wallgraben wieder nutzen zu können.

Freudige Gesichter gibt es beim Angelverein Neptun Ziegenhain. Mit der Freigabe in der vergangenen Woche durch Justizministerin Eva Kühne-Hörmann können sie ab 1. Juni am Kleinen Wallgraben ihre Angeln wieder auswerfen.

Allerdings kommt auch jede Menge Arbeit auf die Vereinsmitglieder zu. Nach der zehnjährigen Sperrung wegen der Kampfmittelfunde und deren Räumung gibt es einen Arbeitsstau rund um das Gewässer.

Dabei werde es zunächst einmal um die Hege und Pflege des Uferbereichs gehen, erklärt Steffen Horn, 1. Schriftführer des Vereins. Dafür bekommen die Angler Unterstützung vonseiten der Stadt und der JVA, zum Beispiel, indem ihnen Gerätschaften zur Verfügung gestellt werden. 

Eigentumsfrage wichtig

Diese Form der Beteiligung hat etwas mit der Eigentumsfrage zu tun: Das Gewässer und ungefähr die Hälfte des ansteigenden Uferbereichs gehören der JVA, der Rest der Stadt, erklärt Vereinsvorsitzender Stefan Krumpholz. Bisher habe das wunderbar geklappt, versichert das vierköpfige Vorstandsteam, zudem auch noch Kassierer Carsten Peppler und der 2. Vorsitzende Heinz Jagdmann gehören. Nach der Brutzeit der Vögel könnten die Arbeiten losgehen.

Historische Aufnahme: Dieses Foto aus der Vereinschronik zeigt das von Gebüsch freie Ufer des Wallgrabens, es ist nicht datiert.

Mit der Unterzeichnung des Pachtvertrages – es ist der in der vierten Auflage – haben die Neptun-Angler einige Verpflichtungen übernommen. Zum Beispiel geht es darum, den Fischbestand zu ermitteln.

Jeder Fang wird dokumentiert

Das geschieht, indem jeder Fang, auch wenn er wieder zurück ins Wasser gesetzt wird, dokumentiert wird. 2007 sei der Besatz sehr gut gewesen, meint das Vorstands-Team. Von den exotischen Karpfen-Arten sind vermutlich nicht mehr viele vorhanden. Die meisten dieser großen Fische sind in der Hitzeperiode im Sommer 2015 verendet (wir berichteten).

Angeln dürfen am Kleinen Wallengraben nur aktive Angler des Vereins, die eine Verpflichtungserklärung unterschrieben haben. Gastkarten werden für dieses Vereinsgewässer nicht vergeben. In der ist das allgemeine Verhalten geregelt.

An beiden Uferseiten darf geangelt werden

Die Angler dürfen beispielsweise nicht auf privaten Grundstücken parken. Drei Bereiche dürfen sie nicht betreten, weil dort nicht sichergestellt ist, dass keine Kampfmittel mehr im Wasser sind. Neu ist, dass an beiden Uferseiten geangelt werden kann. In der Verpflichtung enthalten ist ein Passus, der das Anfüttern verbietet. 

Stefan Krumpholz mit einem exotischen Graskarpfen im Jahr 1986.

Grundsätzlich gehen die Angler davon aus, dass die Gewässerqualität gut ist. „Das Wasser wirkt bereits viel klarer“, ist Carsten Peppler überzeugt. Unterstützung erhalten die Ziegenhainer auch von einem Biologen-Team, das über das Justizministerium finanziert wird. Eine Idee hofft der Vorstand zu verwirklichen: einen barrierefreien Anglerplatz.

Forellenfest an Himmelfahrt

Laut Internetseite nutzen die Neptun-Angler neben dem Wallgraben auch den Schützenwaldteich und die Schwalm als Angelreviere. Carsten Peppler nennt Zahlen: Der Verein hat 50 aktive und 45 passive Mitglieder. Immerhin zwölf Jugendliche frönen dem Angelsport. 

Der Vorstand weist darauf hin, dass der Verein an Himmelfahrt ab 10 Uhr sein Forellenfest am Vereinsheim am Alten Schwimmbad in Ziegenhain feiert.

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