Der schöne Schein trügt

Wallgraben in Ziegenhain: Studie zur touristischen Nutzung geplant

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Der Kleine Wallgraben, hier im Bild, ist nach der Kampfmittelräumung wieder frei, der Große soll bald folgen. Doch unterm Wasserspiegel und an den Ufern gibt es viel zu tun.

Wenn es aus Fördertöpfen finanziert wird, entsteht eine Machbarkeitsstudie für eine künftige Nutzung des Wallgrabens in Ziegenhain.

Der entsprechende CDU-Antrag fand Zustimmung in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung.

CDU-Sprecher Marcus Theis sagte, dass die Behebung der Probleme durch Uferbewuchs und Gewässerverschlammung geklärt werden müssten.

In einer Studie solle auch erkennbar werden, wie Konzepte für die touristische Nutzung des Kleinods aussehen können.

Die CDU setzt darauf, dass das notwendige Geld für die Studie über die Leader-Region Schwalm-Aue kommt, dem Zusammenschluss von sechs Schwalmanliegerkommunen als Fördergebiet der Europäischen Union und des Landes. Laut CDU-Antrag sollte die Kostenübernahme solch einer Studie kein Problem sein.

Für die Grünen plädierte Ruth Engelbrecht dafür, das Thema gleich breiter in den Ausschüssen vorzubereiten. Es gebe viele Ideen von der Ausrichtung einer Landesgartenschau bis hin zur übergreifenden Betrachtung mit den Rückhaltebecken. Doch Marcus Theis argumentierte erfolgreich, dass zunächst die umgehende Förderungsprüfung durch den Magistrat zielführend sei.

Fokus liegt auf Festung

Der Fokus in der Stadt ist durchaus auf die Festung gerichtet. Die Schwalm-Touristik war vorigen Sommer dem Europäischen Festungstourismus und Festungsmarketing Netzwerk beigetreten, Ziel: die Wasserfestung Ziegenhain international bekannt machen und den Tourismus befördern, denn sie gehöre zum bedeutenden Kulturerbe der Festungsmonumente in Europa.

Dieser historische Wert solle stärker und gezielter für den Tourismus, für neue Zielgruppen, für die internationale Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch mit Partnerfestungen genutzt werden.

Mit dem Netzwerkbeitritt wurde Ziegenhain auch Station in der Europäischen Kulturroute Festungsmonumente Forte Cultura.

Kampfmittelräumung soll 2019 abgeschlossen werden

Wenige Wochen zuvor hatte sich ein Bündnis mehrerer Gruppen und Vereine gebildet. Es sollte auch darum gehen, das Zuständigkeitsgewirr zwischen dem Land Hessen und der Stadt Schwalmstadt zu entflechten.

Der einzigartigen Anlage drohe die Verwahrlosung und damit der Verlust der großen städtebaulichen und kulturhistorischen Bedeutung. Erklärtes Ziel: Mehr Druck ausüben aufs Land Hessen, zum Beispiel wegen der drohenden Verlandung des Gewässers, das stellenweise nur noch 60 Zentimeter tief sein soll. Denn Eigentümer des eigentlichen Wallgrabens und der Böschungen ist das Land Hessen.

Die Kampfmittelräumung soll dieses Jahr abgeschlossen werden, das Gewässer nach rund zehn Jahren wieder komplett frei zugänglich sein.

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