Exponate in der Kreissparkasse

Ziegenhain: Ausstellung zeigt Baupläne aus den Jahren 1775 bis 1825

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Hat die Schau konzipiert: Hans Merle vom Verein für hessische Geschichte und Landeskunde, Zweigverein Schwalm.

Ziegenhain. Hans Merle ist stolz: Kein Wunder – der Vorsitzende des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Zweigverein Schwalm – hat eine ganz spezielle Ausstellung auf die Beine gestellt.

Ab sofort sind in der Kreissparkasse Ziegenhain Baupläne aus den Jahren 1775 bis 1825 zu sehen, die eindrucksvoll zeigen, wie sich Ziegenhain damals darstellte. Die Exponate stammen aus der sogenannten grafischen Sammlung. „Die Originale durften nur mit Handschuhen angefasst werden“, erzählt der Macher.

Zeichnungen wurden von Profis detailgetreu angefertigt

Alle Zeichnungen sind in Originalgröße zu bewundern. Das Besondere: „Sie zeigen die einzelnen Bauabschnitte in allen Etagen“, verdeutlicht Merle. Auch Dirk Siemon, Leiter der Marktdirektion Schwalm, findet die Ansichten spannend: „Als Anlieger in der Festung sind wir als Bank natürlich eng mit dem Thema verbunden.“ 

Die architektonischen Zeichnungen sind äußerst detailgetreu und offenbar von professionellen Zeichnern hergestellt worden, ist Merle überzeugt. „Es hat mich überrascht, mit welcher Genauigkeit in dieser Zeit schon gezeichnet wurde. Es gab beispielsweise bereits Wasserzeichen.“

26 Exponate geben einen Überblick über Baupläne des Schlosses, geben aber auch Einblick in Wohnhäuser innerhalb der Festung. In kurzen Text ist erläutert, was zu sehen ist. Wer mehr erfahren möchte, für den liegt Fachliteratur aus. Die gestochen scharfen Zeichnungen sind von Experten angefertigt worden. „Den Beruf des technischen Zeichners gab es damals schon“, erläutert Merle. Fertigten sie eine Zeichnung an, mussten sie im Anschluss sogar einen Eid ablegen – „um die Richtigkeit zu garantieren“.

In Archiven nach spannendem Material stöbern

Spannende Einblicke gewährt die Schau in Schloss, Wohnhäuser, den Wallgraben und Militärgebäude. Zu sehen ist beispielsweise noch die Darstellung des sogenannten Bierkellerturms. „Er wurde um 1800 abgebaut“, weiß der Schrecksbacher Hobbyhistoriker. 

Grundrisse von fast allen Flügeln des Schlosses lassen den Hof lebendig werden. „Man erkennt auf den Plänen sehr gut, wo was untergebracht war – in der obersten Etage fand sich das Staatsgefängnis“, erklärt Merle. Der Schrecksbacher verbringt viel Zeit in Archiven: „Mindestens zwei Mal in der Woche sitze ich irgendwo und suche nach spannendem Material“, sagt er. Ein weiteres Projekt sei bereits in Arbeit: Aktuell arbeitet Hans Merle an einer umfassenden Chronik über das Ziegenhainer Schloss.

Die Ausstellung läuft noch bis Ende Mai 

Zu sehen ist die Ausstellung in der Kreissparkasse Ziegenhain noch bis einschließlich Freitag, 26. Mai, montags, 9 bis 17 Uhr, Dienstag, 9 bis 18 Uhr, Mittwoch 9 bis 13 Uhr, Donnerstag, 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 17 Uhr.

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