Vor 25 Jahren machten sich Anwohner der Festungsstadt sowie Loshäuser gegen Schwerlastverkehr auf der B254 stark

Ziegenhainer gingen auf die Straße

Den Anwohnern reichte es: Im März 1990 formierte sich Protest in Ziegenhain gegen den Schwerlastverkehr. Foto:  Repro

Schwalm. Eine Frau sorgte für reichlich Wirbel in der Schwalm: Das Tief Wiebke fegte über die Region hinweg. Anwohner von Ziegenhain und Loshausen machten sich gegen Lastwagen stark: Das war der März 1990.

Keine Brummis mehr in ihren Orten forderten Anwohner von Ziegenhain und Loshausen. Die protestierten auf den Straßen gegen den Lasterverkehr auf der B254. Damals hieß es, dass man sich bereits seit 20 Jahren gegen den Schwerlastverkehr auf der Bundesstraße wehre.

Das Stadtparlament Schwalmstadts sprach sich für eine Sanierung der Ziegenhainer Wasserfestung aus. Das Kleinod müsse zwingend erhalten werden, so der Tenor. Man wollte sich um Hilfe des Landes Hessen bemühen. Als erster Schritt wurde der Umzug der Firma C.H. Schmitt an seinen heutigen Standort an der Bundesstraße beschlossen.

Ein Sturm – das Tief hieß damals Wiebke – setzte nicht nur die Schwalm unter Wasser, zahlreiche Straßen und Keller wurden überflutet. Auch der Wald wurde stark in Mitleidenschaft gezogen, Soldaten der Harthbergkaserne packten damals bei den Aufräumarbeiten mit an. Zudem musste das Rückhaltebecken Treysa und Ziegenhain von Müll und Geäst befreit werden.

Zu einem Protest trafen sich Menschen aus Kassel, Marburg und Göttingen vor dem Ziegenhainer Gefängnis. Sie forderten, dass die RAF-Häftlinge Helmut Pohl und Rolf-Clemens Wagner zusammengelegt werden sowie freie Kommunikation für politische Häftlinge. Die Demonstration wurde von zahlreichen Schaulustigen begleitet.

Die Museumslandschaft Schwalm lobte Peter Müller, damals Vorsitzender des Schwälmer Heimatbundes. Er nannte neben dem Museum der Schwalm, das renovierte werden sollte, die Museen Holzburg, Trutzhain und Neukirchen sowie die Heimatstuben in Mengsberg und Verna.

Von Claudia Schittelkopp

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