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Zusammen einmal nach Kanada und wieder zurück

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Die glücklichen Jubilare auf ihrer Terrasse in Treysa.
Die glücklichen Jubilare auf ihrer Terrasse in Treysa. © Philipp Knoch

Elke und Horst Pfau feiern ihre Diamantene Hochzeit. Am heutigen Mittwoch vor 60 Jahren gaben sich Elke und Horst Pfau das Ja-Wort.

Treysa – Kennengelernt hat sich das Ehepaar in der Burg in Treysa. Wo sich heute Kinogänger die aktuellsten Streifen ansehen, war früher ein Tanzcafé. Fast jeden Sonntag im Jahr 1960 trafen sich die beiden zum Tanzen. Der Altersunterschied von fünf Jahren machte beiden nichts aus. „Ich dachte mir, ich nehm mir eine Jüngere, die kann mich im Alter mal pflegen“, erzählt der heute 83-Jährige mit einem verschmitzten Grinsen.

Die Trauung stand am 31. August 1962 an. Sie wurde im Elternhaus des Bräutigams in der Treysaer Steingasse im kleinen Kreis gefeiert. Eigentlich wollten die frisch Vermählten noch am selben Tag zu ihrer Hochzeitsreise an Rhein und Mosel aufbrechen. Die Feier ging dann doch länger als geplant und die Abreise verschob sich auf den nächsten Tag. Die Faszination für Wasser war in Elke Pfau geweckt, der Winterurlaub auf Sylt wurde Pflicht.

Das Ehepaar Pfau nach der Trauung 1962.
Das Ehepaar Pfau nach der Trauung 1962. © Privat

Zwei Söhne und vier Enkel

1964 bereicherten Zwillinge, zwei Jungen, das Eheleben. Ein Jahr drauf folgte ein weiterer Junge, 1975 ein Mädchen. Mittlerweile können die beiden auch vier Enkel zu ihrer Familie zählen.

Horst Pfau lernte Schmied und erlangte seinen Schlossermeister, arbeitete bei der Deutschen Bahn und gründete dann seine eigene Schlosserei. Elke Pfau lernte Friseurin, erwarb in diesem Metier ebenfalls den Meisterbrief und machte sich in 1985 selbstständig. Ihr Salon lag in einem Anbau ihres Eigenheims in Treysa, welches das Ehepaar 1978 erbaut hat.

Nach der Wende: Unternehmensgründung in Ostdeutschland und Kanada

Der heute 83-Jährige blieb weiterhin geschäftstüchtig, gründete nach der Wiedervereinigung einen weiteren Metallbaubetrieb in den neuen Bundesländern. 1994 verschlug es ihn nach Kanada und er gründete dort ein weiteres Unternehmen. Zu dieser Zeit sahen sich die Eheleute weniger. Sie besuchten sich zwar regelmäßig, im Alltag mussten sie telefonisch Kontakt halten.

Elke Pfau folgte nach der Aufgabe ihres Friseursalons ihrem Mann nach Kanada. Die Tochter lebt mit zwei Enkeln bis heute dort. So richtig heimisch wurde Elke Pfau in der Nähe des Huronsees aber nie. Von heimatlicher Sehnsucht geplagt, zogen sie 2014 in ihren Friseursalon, den sie als Wohnung umgebaut hatten. Horst Pfau wäre gern in Kanada geblieben. „Aber meiner Frau zuliebe sind wir wieder nach Deutschland gezogen.“

Rückkehr nach Treysa nach rund 20 Jahren

Reisen war schon immer ein wichtiger Teil ihres Ehelebens. Über 40 Länder haben sie gemeinsam über die Jahre besucht. „Aber am schönsten war es immer hier in Treysa“, ist die 78-Jährige überzeugt.

Jetzt haben sie in Deutschland ihren Frieden gefunden. „Wir fühlen uns wohl, leben glücklich und zufrieden in Deutschland und können uns unterstützen“, berichtet Elke Pfau.

Horst Pfau baut Holzmöbel und keltert Fruchtwein, seiner Frau genügt es, den Ruhestand zu genießen. Ihren Jubeltag wollen sie mit ihrer Familie begehen, besonders freuen sie sich auf die Verwandtschaft aus Übersee. Sie wollen in der Zukunft rüstig bleiben. Horst überlegt, ob er sein Leben zu Papier bringen sollte. Und sie wollen weiterhin reisen, Deutschland kennenlernen. Es soll wieder an den Rhein gehen, so ähnlich wie vor 60 Jahren. Von Philipp Knoch

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