Natur erleben, Fantasie anregen und viel Bewegung: Seit 2008 gibt es die Wald-Kita

15 Zwerge toben im Wald

Auf ihrem Spielplatz: Die Kinder des Treysaer Wald-Kindergartens spielen bei jedem Wetter draußen. Die Erzieherinnen Annegret Heyde (links) und Gabriele Planz (2.v.r) sowie Sophia Paschkewitz (rechts, absolviert Bundesfreiwilligendienst in der Kita) kümmern sich um die Gruppe.

Treysa. Immer in Bewegung: hüpfen, rennen und spielen. 15 Wurzelzwerge machen den Treysaer Stadtwald unsicher. Seit 2008 besteht der Waldkindergarten „Schwälmer Wurzelzwerge“ in der Igelsheide. Die Drei- bis Sechsjährigen verbringen dort jeden Tag im Freien.

Jetzt im Winter beginnt der Tag für die Wurzelzwerge in einem umgebauten Lastwagen-Anhänger in der Treysaer Igelsheide. Dieser dient als Anlaufpunkt für den Waldkindergarten. Das Innere ist mit Holz ausgekleidet, Isolierung und ein Hofen sorgen für Wärme, Spielzeug gibt es keins. Gemeinsames Frühstück steht auf dem Programm, bevor es in den Wald geht.

Auf den Tisch kommt Gesundes: Obst, Gemüse und Vollkornbrot. „Die Ernährung spielt bei uns eine wichtige Rolle“, sagt Annegret Heyde. Sie und ihre Kollegin Gabriele Planz haben das Konzept der Treysaer Wald-Kita vor Jahren mitentwickelt. Seitdem kümmern sich die beiden Erzieherinnen um die Wurzelzwerge.

Sie stehen hinter der Idee des Waldkindergartens: viel Bewegung für die Jüngsten an frischer Luft, lernen mit allen Sinnen. „Man muss den Kindern etwas zutrauen“, sagt Gabriele Planz. Die Jungen und Mädchen sind selbstbewusst, können sich gut konzentrieren, sie kommunizieren rege und erfahren ganz nebenbei viel über den Wald.

Nach dem Frühstück heißt es raus in die Natur – bei Wind und Wetter. Winterjacke, Mütze sowie Stiefel sind ein Muss für die Kinder und jeder zieht sich selbst an. Nur bei Sturm und starkem Frost gehen die Kinder in die Kita Zwergenschatz.

An diesem Tag ist der Wildschweinwald dran, er liegt zehn Minuten Fußweg von der Kita entfernt. Dort haben die Kinder Haare eines Wildschweins gefunden, so trägt jedes Stück Igelsheide seinen eigenen Namen. Auf ihrem Weg entdeckt die Gruppe einen Hasenbau. Langweilig wird den Kindern im Wald nie, sagen sie.

Doch auch im Wald gibt es Regeln, die Kinder können sie auf dem Effeff aufsagen. Dazu zählt: Keine Tiere töten, keine Pflanzen ausrupfen und am Pipi-Baum wird nicht gespielt, denn auch die dringendsten Geschäfte werden im Wald erledigt. Bis zum Mittag klettern die Kinder auf Baumstümpfe, graben Lehm aus und spielen fangen – bevor sie erschöpft nach Hause gehen.

Der Betrieb der Wald-Kita ist für die Stadt günstiger als bei bei herkömmlichen Kitas. Mit 102 Euro monatlich für die Betreuung von 7.30 bis 13 Uhr zahlen die Eltern etwas mehr als in anderen Einrichtung.

Von Claudia Schittelkopp

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.