Den Ortsrat Schlarpe beschäftigen die Folgen des Bevölkerungsrückgangs

Acht Häuser stehen leer

Berthold Ruwisch

Schlarpe. Der schleichende Rückgang der Einwohnerzahl zeigt Folgen: In Schlarpe stehen von 150 Häusern acht leer. In vierzehn weiteren Häusern lebe nur noch ein einziger Bewohner. Dies berichtete Schlarpes Ortsbürgermeister Berthold Ruwisch gegenüber der HNA.

Zu diesen, von Ruwisch selbst ermittelten Daten passt die Entwicklung der Einwohnerzahl. Während Ende 2013 noch 448 Menschen in dem Dorf am Bollert lebten, weist die Statistik der Stadt Uslar für Ende 2014 nur noch 429 Einwohner aus. Die Gründe sind bekannt: Viele jüngere Leute sind weggezogen. Die Eltern werden alt und nach ihrem Tod findet sich kein Käufer.

Dieses Problem zu lösen, werde ein langer Weg, meinte Ruwisch, der überlegt, ob Studenten aus Göttingen oder Flüchtlinge als neue Einwohner in Frage kommen. „In jedem Falle müssen die Bürger mitspielen“, so der Ortsbürgermeister, der selbst den Weg favorisiert, wieder mehr Fremdenverkehr zu betreiben und wie vor Jahren Übernachtungsmöglichkeiten mit Frühstück anzubieten.

Dorn im Auge

Denn langfristig hat der Leerstand Folgen. So ist ein verwahrlostes Haus im Unterdorf den Schlarpern ein Dorn im Auge und war in der jüngsten Ortsratssitzung zum wiederholten Mal Thema. Der Bauhof müsse ran und die Büsche zurückschneiden, sagte der Ortsbürgermeister.

Denn ein Teil des Grundstücks vom Bordstein Richtung Haus gehöre der Stadt Uslar. Darüber hinaus scheint es schwer, einen Verantwortlichen zu finden. Man habe immer geglaubt, das Haus gehöre einer Bank, hieß es.

Doch dem sei wohl nicht so. Stattdessen soll nach Informationen von Ruwisch auch das Land Niedersachsen das Haus als Erbe ausgeschlagen haben. „Für uns Schlarper ist das ein Unding“, sagte Ruwisch. „Wir wollen die 700-Jahr-Feier ausrichten und haben dort so eine Ruine stehen.“

Eine Frage der Zeit sind andere Arbeiten, die in 2014 liegen geblieben sind. Für die Ausbesserungsarbeiten am Habichtsweg sei ein Unternehmen beauftragt, sagte Ruwisch, der damit rechnet, dass die Firma im Frühjahr kommt. Der Ortsrat beschloss, die dazu nötigen Verfügungsmittel von rund 2600 Euro in den Etat für 2015 zu übertragen.

Schäden an Dorfstraßen

Bei der letzten Ortsbegehung hatte das Dorfparlament im Frühjahr 2014 außerdem Schäden an Bordsteinen der Kirchstraße sowie viele kleine Probleme, wie zum Beispiel hochstehende Gullydeckel, an anderen Dorfstraßen festgestellt. Die Reparatur soll der Bauhof der Stadt Uslar übernehmen.

In seiner jüngsten Sitzung beantragte der Ortsrat außerdem, dass die Stadt noch einmal die mobile Tempoanzeige am Ortseingang von Schlarpe aufbauen solle. (shx) Foto: shx

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