Ralf Holst aus Kammerborn will Widerspruch einzulegen

Ärger um Strafzettel: Mann parkte auf Bürgersteig, damit Bus durchkam

Kann es nicht glauben: Ralf Holst aus Kammernborn mit dem Brief vom Landkreis, dass er 30 Euro zahlen soll, weil er auf dem Gehweg parkt, damit Schulbusse und Trecker durchkommen. Foto: Schneider

Kammerborn. Ralf Holst aus Kammerborn hat Ärger mit dem Landkreis Northeim. Grund ist ein 30-Euro-Ticket, das er bekommen hat, weil er vor seinem Haus an der Knickbornstraße mit seinem Auto auf dem Bürgersteig geparkt hat. Holst weigert sich nun zu bezahlen.

Denn: Wenn er nicht auf dem Bürgersteig parke, komme der Schulbus und landwirtschaftlicher Verkehr nicht mehr durch, sagt Holst und kündigt an, Widerspruch einzulegen.

Zudem sei das Ganze für ihn eine Lachnummer: Der Bürgersteig (ein zwölf Meter langes Stück) ist der einzige Gehweg an der gesamten Knickbornstraße. In der Angelegenheit bekommt Holst auch Rückendeckung von Ortsbürgermeister Roland Gruhne: Er versteht die Sache nicht und spricht von Beamtenwillkür.

Anwohner Holst vermutet gar, dass er angeschwärzt wurde. Der 46-jährige Unternehmer berichtet, dass das ganze Dorf über sein Ticket lache. Keiner könne das verstehen. Auch nicht in dem Zusammenhang, dass die Knickbornstraße wegen eines gastronomischen Betriebes in der Nachbarschaft oft vollstehe mit geparkten Autos.

Er parke nun auf der anderen Seite in der Gosse und warte eigentlich nur darauf, dass sich die Busfahrer beschweren, weil sie an der Stelle nicht mehr so gut durchkommen wie sonst.

Der Landkreis Northeim bestätigt durch seinen Pressesprecher Dirk Niemeyer den Fall Holst in Kammerborn. Er habe wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit – Parken auf dem Gehweg – ein „Ticket“ bekommen.

Niemeyer macht aber auch auf die Rechtslage aufmerksam: „Es ist richtig, dass man nur dort parken darf, wo eine ausreichende Restfahrbahnbreite gewahrt bleibt. Ist dies nicht der Fall, so ist es ausdrücklich nicht gestattet, auf den Gehweg auszuweichen, denn hiermit begeht man eine andere Verkehrsordnungswidrigkeit.“

Der Landkreis-Sprecher weiß, dass es Betroffene wie Ralf Holst nicht gerne hören, aber wenn das Parken nach geltenden Vorschriften nicht möglich ist, sollte es in dem betroffenen Bereich auch nicht erfolgen.

Den Vorwurf, dass Holst angeschwärzt worden sei, könne der Landkreis nicht nachvollziehen. Der Verstoß sei im Rahmen der üblichen Überwachungstätigkeit festgestellt worden, berichtet Niemeyer. Ralf Holst sei darüber hinaus nicht der einzige Kammerborner, dem ein Parkverstoß vorgeworfen werde.

Der Vorwurf von „Beamtenwillkür“ müsse laut Niemeyer „entschieden zurückgewiesen werden“. Durch den Vollzugsbeamten im Außendienst würden sämtliche Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung und das Straßenverkehrsgesetz in gleicher Art und Weise behandelt und geahndet, schreibt Niemeyer in der Stellungnahme des Landkreises. (fsd)

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