In Delliehausen wachsen neben einer Wildobstfläche 36 neu gepflanzte Apfelbäume

Alte Sorten neu entdeckt

Streuobstwiese: In Delliehausen wachsen auf engsten Raum Wild- und Kulturobst nebeneinander. Ortsbürgermeister Wolfgang Boeder (links) und Winfried Müller vom Solling-Heimatverein zeigen Früchte der 20 Jahre alten Wildapfel- und Wildbirnbäume. 36 Apfelbäume alter Sorten wurden neu gepflanzt (im Bild links unten). Fotos: Schmidt-Hagemeyer

Delliehausen. In zwei, drei Jahren werden Spaziergänger in die ersten Äpfel beißen können. Und die werden recht verschieden munden. Denn auf der Streuobstwiese, die der Solling-Heimatverein Delliehausen auf einer ehemaligen Versuchsfläche der Landesforsten angepflanzt hat, wachsen 36 Apfelbäume, alles alte Sorten wie Kaiser Wilhelm, Moringer Rosenapfel und Altländer Pfannkuchenapfel.

Mit einer kleinen Feier wurde die Streuobstwiese neben der fast 20 Jahre alten Wildobstfläche am Wochenende eingeweiht. Ortsbürgermeister Wolfgang Boeder erinnerte daran, dass letztlich Beschwerden von Anwohnern, die sich über die hohen Bäume ärgerten, das Projekt mit angeschoben haben. Boeders Bemühen führte dazu, dass der Solling-Heimatverein das 13155 Quadratmeter große Grundstück im April 2013 kaufen konnte, weil der Landkreis Northeim die Kosten übernahm.

Streuobstwiese

Damit war der Weg frei für Winfried Müllers Idee, in unmittelbarer Nachbarschaft zu 660 Wildäpfeln und 540 Wildbirnen eine Streuobstwiese mit 36 Apfelbäumen alter Sorten anzulegen. Je Sorte wurde ein Baum gepflanzt. Auf einer Übersichtstafel können Spaziergänger die Bäume den einzelnen Apfelsorten zuordnen, außerdem hängt neben jedem Baum ein Schild.

Die Menschen sollen Blüte und Wuchs der verschiedenen Sorten vergleichen können, erklärte Müller, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins. Und im Herbst wird auch das Naschen einzelner Früchte erlaubt sein. „Das Interesse an alten Sorten wird so gefördert“, hofft Müller.

Für die Umsetzung der Pläne haben Mitglieder des Solling-Heimatvereins kräftig mit angepackt. Für die Streuobstwiese musste zunächst ein Teil des mit Weichhölzern und Brombeeren bewachsenen Grundstücks gerodet werden. Erhalten blieb das Teilstück mit den Wildapfel- und Wildbirnbäumen. Hier wurden laut Müller nur störende Birken, Weiden, Aspen und Fichten entnommen.

Wildblumen und Gräser

Außerdem kürzten Helfer eine 440 Meter lange Sträucherhecke, entfernten den alten Zaun, säten Wildblumen und Wildgräser zwischen die neu gepflanzten Apfelbäume. Am Wegrand informiert eine neue Informationstafel über Wildobst- und Streuobstwiesen.

Die Gesamtkosten für das Projekt betrugen 20 600 Euro, informierte Müller vor knapp zwei Dutzend Besuchern der Einweihung. Rund 3000 Euro brachte der Heimatverein in Form von Eigenleistung ein. 1000 Euro steuerte die Stiftung Kulturlandpflege, 6000 Euro die Bingo-Umweltstiftung zu. Vom Landkreis Northeim kamen 10 000 Euro für den Grundstückskauf.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer lobte den Einsatz der Delliehäuser und sprach von einer Bereicherung für den Ort und die Stadt. Das Zusammenwirken zwischen Forst, Landkreis und Stadt sei bei diesem Projekt im wahrsten Sinne fruchtbar geworden. (shx)

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