Alter Backofen im neuen Dorfmuseum

Von Außen fast fertig: Die Fassade des Schoninger Museums an der Förstergasse ist fast fertiggestellt. Derzeit treffen sich die Helfer im Gebäude, um den Innenausbau voranzutreiben. Foto: Dumnitz

Schoningen. Vor 52 Jahren war der alte Backofen bei Nasses das letzte Mal in Gebrauch. Daran erinnert sich die Schoningerin Marie-Luise Nasse genau, denn in dem eingemauerten Großbackofen wurde der Kuchen zur Hochzeit mit ihrem Mann Ernst gebacken.

Jahrzehnte lang stand der Ofen dann ungenutzt in der Ecke. Jetzt wurde er im Dorfmuseum an der Förstergasse eingebaut und am Sonntag eingeweiht.

Marie-Luise Nasse, Rita Ide, Beate Fischer und Erika Oppermann haben in dem über Stunden vorgeheizten Ofen Pekerkartoffeln und Folienkartoffeln gebacken, die sich die Gäste zur Einweihungsfeier des Schätzchens gut schmecken ließen. „Das Essen war ganz hervorragend“, lobte beispielsweise Wilhelm Oppermann vom Vorstand des Heimat- und Kulturvereins.

Er erklärte am Rande der Feier, dass der Ofen von Nasses mit Teilen eines zweiten Großbackofens aus dem Dorf ergänzt wurde. Ernst Nasse und Georg Riemenschneider sen. haben die Grundteile bereitgestellt, zusammen mit einem Experten aus Oberweser wurden die Einzelteile dann eingemauert. Auch der Schornsteinkopf wurde erneuert, bevor der Ofen nach rund 40 Arbeitsstunden wieder in Betrieb ging.

Einweihungsfeier: Marie-Luise Nasse (von links) mit Rita Ide, Beate Fischer und Erika Oppermann mit einem Blech gebackener Kartoffelhälften (Peker) bei der Einweihung des alten Ofens im nach und nach entstehenden Dorfmuseum. Foto: Dumnitz

Gebacken wird im oberen Fach des Ofens, darunter wird das Holz verbrannt und darunter befindet sich der Aschekasten. „Von den großen Blechen gibt es noch genügend im Dorf“, freute sich Wilhelm Oppermann. Der regte am Sonntag an, dass zum örtlichen Weihnachtsmarkt sogar Brot wie früher in dem Ofen gebacken werden könnte, nachdem die Premiere mit dem Anheizen gut geklappt hat.

Derzeit arbeiten laut Ortsheimatpfleger Ernst Wieneke einige Helfer am Innenausbau des Museums. In den nächsten Wochen soll der Fußboden mit von der Realgemeinde gespendeten Eichenbohlen gelegt werden.

Nachdem die Außenfassade bis auf ein Scheunentor fertiggestellt ist, werde Innen nach und nach alles hergerichtet, hieß es. Wieneke und Oppermann rechnen damit, dass das Dorfmuseum, in dem sich bisher 38 Helfer eingebracht haben, Anfang des kommenden Jahres eingeweiht werden könne.

Laut Wieneke komme man wohl auch mit der Finanzierung hin. Von den zur Verfügung stehenden 52 000 Euro sei bis auf Kleinigkeiten alles bezahlt. Geld gab es von der Kulturstiftung des Landkreises Northeim, der Denkmalpflege, der Volksbank-Stiftung und über das regionale Entwicklungskonzept des Kreises, sagte Ernst Wieneke.

Eine Sammlung im Dorf erbrachte 8000 Euro für das Museum, und die gleiche Summe hat der Verein beigesteuert, sagte Oppermann. (jdx)

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