Angelina ackert am Dümpel

Forstamt Dassel setzt Kaltblüter fürs Holzrücken ein

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Mit einem PS im Einsatz: Hendrik Heil aus Lenne zieht mit seinem Kaltblüterfperd Angelina die von Forstleuten abgesägten Erlen aus dem Areal am Dümpel in Delliehausen. Durch den Einsatz des Pferdes sollen Schäden am Untergrund vermieden werden.

Delliehausen. Es scheint, als ob die Zeit stehen geblieben ist, wenn man Hendrik Heil (37) aus Lenne/Stadtoldendorf mit seinem Kaltblüter-Pferd „Angelina“ beim Holzrücken beobachtet. Am Mittwoch hat das Gespann am Dümpel bei Delliehausen – das ist das Park- und Teichareal unterhalb der Hajestraße – mit dem Herausziehen von Baumstämmen begonnen, die demnächst geschreddert werden sollen.

Revierförster Peter Martensen hat den Unternehmer beauftragt, nachdem Forstleute zuvor etwa 60 Erlen in dem Feuchtgebiet gefällt hatten. Der Grund für die Maßnahme, die etwa 4000 Euro kostet, war eine zu starke Beschattung durch die Bäume, die laut Ortsbürgermeister Wolfgang Boeder vor rund 30 Jahren angepflanzt worden sind. Damals wurden die Teiche am Bachlauf unterhalb des Zeichenteiches angelegt.

Der Park dient seit Jahrzehnten der Erholung und wird laut Ortsratsmitglied Guido Böckelmann oft und gern von Spaziergängern genutzt. Mitglieder des Heimatvereins kümmern sich seit Jahren um die Wege und die aufgestellten Ruhebänke. Das sei ziemlich idyllisch, sagte Böckelman.

Weil das so sei, habe man sich im Forstamt Dassel auch zu der Pflegemaßnahme in dem kleinen Wäldchen entschieden, sagte Förster Martensen. Zu der Pflegemaßnahme gehört außerdem, dass nach der Brut- und Setzzeit der Schlamm aus den Teichen ausgebaggert werden soll.

Der Rücke-Einsatz von Hendrik Heil und seinem Kaltblüter Angelina soll nach etwa vier Arbeitstagen abgeschlossen sein. „Ich richte mich immer nach meinem Pferd“, sagt Heil. Seit sieben Jahren arbeiten die beiden im Team zusammen.

Geduld und starke Nerven

Unter anderem war der Rückebetrieb, der mit wenig PS im Gegensatz zu großen Forstmaschinen auskommt, bereits auf dem moorigen Boden am Friedrichshäuser Bruch im Hochsolling zwischen Sievershausen und Silberborn im bodenschonenden Einsatz.

Geduldig und mit starken Nerven folgt Angelina den Anweisungen von Hendrik Heil, geht sogar rückwärts, ohne zu sehen, was hinter ihr ist. Wenn der gelernte Nutzfahrzeug-Mechaniker dann die Kette am dicken Ende des Baumstamms festgemacht hat, muss sich Angelina ordentlich ins Geschirr hängen. Um die schweren Stämme mit Ästen und Zweigen in Gang zu setzen, bracht es einen kraftvollen Anzug. Und dass Krachen und Knistern hinter ihr, erschreckt sie auch nicht.

Pro Tag arbeitet Angelina rund sechs Stunden. Mit einer meist einstündigen Pause zwischendurch. Da gibt es Wasser und Hafer. Heu hatte Heil in Delliehausen nicht mit dabei, weil auf der Wiese, über dass die Baumstämme bis an den Straßenrand gezogen wurden, noch Gras war, dass dem Kaltblüter offensichtlich schmeckte.

Ortsbürgermeister Boeder freute sich: Durch die Maßnahme bleibt eine schöne Ecke im Dorf erhalten, die ja auch Teil der Erlebnislandschaft ist.“

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