Vereinsvorsitzender Volker Mazet vom Weserhaus Wahmbeck kritisiert Kirchenkreis

Angst vor der Abrissbirne

Wahmbeck. Sollte es bis Ende dieses Jahres keinen Käufer für das Weserhaus Wahmbeck (Freizeitheim) geben, droht die Abrissbirne.

Für Wahmbeck würde das nicht nur bedeuten, dass ein großer Teil seiner Geschichte und ein ortsbildprägendes Anwesen verschwindet, sondern auch ein „wichtiges Stück Leben im Dorf und somit eine Chance für die Zukunft.“ Dieser Ansicht ist zumindest Volker Mazet, der seit dem 20. Februar Vorsitzender des Trägervereins Weserhaus ist, der sich die Rettung des Hauses auf die Fahne geschrieben hat.

Gleichzeitig kritisiert Mazet, dass der bisherige Vorstand nach der Gründung des Vereins im Juli 2014 den „vielversprechenden Worten keine Taten hat folgen lassen“ und Ideen nicht umgesetzt wurden.

Zeit und Arbeit investiert

Volker Mazet

Anfang dieses Jahres hätten viele Vereinsmitglieder die Initiative ergriffen. Es seien Zeit, Hoffnung und Arbeit investiert worden. Im neuen Vorstand standen ihm Diane Mordmüller, Ninja Henne und Jana Mordmüller zur Seite. Unter „enormem Zeitdruck“ sei ein Betriebskonzept durch eine Steuerungsgruppe erarbeitet worden. Bodenfeldes Bürgermeister Mirko von Pietrowski habe zugesagt, nötigen Betriebsmittel vorzustrecken. Der Kirchenkreis sollte noch zwei Jahre lang Eigentümer des Grundstücks bleiben und die seit Jahren bekannten Mängel auf eigene Kosten beseitigen. Dieses Konzept wurde in der Kirchenkreis-Vorstandssitzung Anfang März vorgestellt, fand aber keine Zustimmung. Deshalb wurde der Kooperationsvertrag zwischen Verein und Kirchenkreis gekündigt und der Verkauf beschlossen (wir berichteten).

Der stellvertretende Superintendent Bernd Ranke sagte gegenüber der HNA, dass die Investitionen für den Weiterbetrieb auf 500 000 Euro geschätzt werden. Das sei nicht finanzierbar und deshalb bleibe es beim Verkauf.

„Für uns stellt sich die Frage, ob der Fortbestand des Hauses überhaupt gewollt war und der Verein eine reelle Chance gehabt hat“, heißt es von Mazet weiter. Der Kirchenkreis habe zwar von „intensiven Bemühungen“ zur Rettung des Hauses gesprochen, doch davon habe man in Wahmbeck wenig gespürt.

Die Enttäuschung des Vereins und vieler Dorfbewohner sei groß. „Wir sind mit viel Engagement und Herzblut an die Sache herangegangen und haben unser Bestes gegeben, um das Haus für seine treuen Gäste und insbesondere für unseren Ort zu erhalten. Nach den Ereignissen der letzten Wochen hat der Begriff Kirche für einige von uns eine neue, kommerzielle Bedeutung bekommen“, kritisiert der Vorsitzende. (jde) Archivfoto: Dumnitz

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