Ausstellung über Albert Schweitzer: Ikone des 20. Jahrhunderts

Eröffnung: Uslars Bürgermeister Torsten Bauer (von links), Kirchenvorstandsvorsitzende Anja Kohrs und Pastorin Gisela Waßmuth-Kahle vor einer Tafel der Ausstellung über Albert Schweitzer im Gemeindehaus in Volpriehausen. Foto: Privat/nh

Volpriehausen. Er gehört zu den Ikonen des 20. Jahrhunderts. Das sagte Anja Kohrs als Kirchenvorstandsvorsitzende bei der Eröffnung der Ausstellung der Volpriehäuser St.-Georg-Kirchengemeinde über Albert Schweitzer. Dabei erinnerte sie an die vielfachen Verdienste des Mannes als Arzt, Theologe, Organist, Philosoph und Pazifist. Vor allem als Urwald-Doktor war Schweitzer bekannt geworden.

Anja Kohrs zitierte den Spiegel von 1960, der über Schweitzer schrieb: „Er sieht aus wie ein naher Verwandter des lieben Gottes“ und würdigte vor allem seine Ethik mit der berühmten Leitidee von der Ehrfurcht vor dem Leben. Demnach gibt es keinen Unterschied zwischen wertvollerem und weniger wertvollem, höherem und niederem Leben. „Deshalb ist Albert Schweitzer auch 50 Jahre nach seinem Tod noch aktuell und seine vor 100 Jahren formulierte Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben ebenso“, sagte Anja Kohrs.

Das Familienwerk in Uslar

Sie brachte außerdem das Albert-Schweitzer-Familienwerk in Uslar ins Spiel, das mit dem Kinderdorf in den 1960er-Jahren begann und heute in elf niedersächsischen Städten und Gemeinden in ambulanten und stationären Einrichtungen mehr als 2500 Menschen in der Kinder- und Jugend-, Alten-, Kranken- und Behindertenhilfe betreut. Die St.-Georg-Kirchengemeinde will mit der Ausstellung, die vom Albert-Schweitzer-Zentrum Frankfurt stammt, das Leben und Wirken Albert Schweitzers würdigen.

Im Gottesdienst vor der Ausstellungseröffnung erklangen Stücke von Johann Sebastian Bach, denn Schweitzer war Bach-Experte. In der Predigt ging Pastorin Gisela Waßmuth-Kahle auf die Berufsgeschichte Albert Schweitzers und seiner „Ehrfurcht vor dem Leben“ ein.

Uslars Bürgermeister Torsten beglückwünschte die Kirchengemeinde, weil sie nicht nur die Jubiläen aufnimmt, sondern auch gerade in dieser Zeit die Aktualität von Schweitzer nochmals in den Mittelpunkt stelle.

Die Ausstellung bietet auch eine Hörstation mit Originalaufnahmen von Schweitzer an der Orgel von 1935 und Mitmachstationen.

Die Ausstellung wird bis zum 20. Oktober im Gemeindehaus gezeigt und ist von montags bis freitags von 9 bis 11.30 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Telefon 05573-244 zu sehen.

Im Rahmenprogramm findet am Donnerstag, 24. September, ab 18 Uhr im Gemeindehaus eine Lesung aus Texten Albert Schweitzer mit Uslars Bürgermeister Torsten Bauer statt. (fsd)

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