Ausstellung über das Viadukt an der Steimke im Heimatmuseum

Bild aus der Gegenwart: So sieht die Steimker Eisenbahnbrücke heute aus. Foto: nh

Schoningen/Steimke. Das Viadukt bei der Steimke ist die wohl auffälligste Eisenbahnbrücke im Uslarer Land. Das imposante Bauwerk über die Ahle wurde von 1873 bis 1878 gebaut. Am 7. April 1945 sprengte die Deutsche Wehrmacht die Brücke, um den Vormarsch der Amerikaner zu erschweren.

Dieses Datum ist für den Heimat- und Kulturverein Schoningen Anlass, an den Bau und Wiederaufbau zu erinnern, weil viele Spuren nach Schoningen führen, die doch eine gewisse Besonderheit darstellen, berichtet Ortsheimatpfleger Ernst Wieneke. Der Heimat- und Kulturverein hat deshalb eine Ausstellung mit Fotos und Informationen zum Bau und Wiederaufbau des Viadukts vorbereitet, die am Sonntag, 2. November, ab 12 Uhr im Museum an der Förstergasse gezeigt wird.

Bauleiter aus Schoningen

Ortsheimatpfleger Wieneke berichtet über die Zusammenhänge mit Schoningen. Den Bau des Viaduktes leitete der Polier Carl Wolf aus Schoningen (geboren 1843 und gestorben 1920). Er wohnte damals „Vor dem Anger“ (heute Angerweg). Für den Wiederaufbau von 1948 bis 1949 übernahm dessen Sohn Georg Wolf, ebenfalls Polier, die Leitung. Er lebte von 1879 bis 1955 und wohnte „Auf der Kaserne“, heute Kasernenweg.

Als Rentner aktiviert

Georg Wolf war schon Rentner, als er von seinem ehemaligen Arbeitgeber, der Firma Kerl aus Uslar, gebeten wurde, den Wiederaufbau des Viaduktes zu leiten, weil die Firma diese Aufgabe nur ihm zutraute, schildert Ernst Wieneke.

Am Bau waren mehrere Männer aus Schoningen beteiligt. Der mittlerweile 90-jährige Ernst Bürke war auch dabei und kann heute noch von den schwierigen Arbeiten erzählen. Darüber hinaus erinnert die Straßenbezeichnung „Kasernenweg“ in Schoningen an die Bauzeit von 1873 bis 1878. Ortsheimatpfleger Wieneke erläutert das: Bekanntlich waren zu der Erstellung der so genannten Sollingbahn, zu der auch das Viadukt Steimke gehörte, seinerzeit viele Männer aus dem gesamten damaligen Deutschen Reich, aber auch aus anderen Ländern, insbesondere aus Polen und aus Italien, beschäftigt. Diese mussten untergebracht werden.

In Schoningen war der damalige Pächter der Steimke (Klinge) im Besitz mehrerer Häuser im heutigen Kasernenweg, die jetzt im Besitz der Familien Brekerbohm, Horstmann und Eickhoff sind. Klinge vermietete diese Häuser an Arbeiter der Sollingbahn.

Namen aus dem Volksmund

Der Volksmund stellte aus dieser Unterbringung von vielen meist jungen Männern auf engem Raum Verbindung zu einer Kaserne her und nannte die Straße zu den Häusern „Auf der Kaserne“.

Später erfolgte eine Umbenennung in „Kasernenweg“, die bis heute Bestand hat. Des weiteren stammt ein Großteil der Steine für das Viadukt aus einem Steinbruch am Allenberg, damals „Suhrs Steinbruch“ - heute „Ernstes Steinbruch“ genannt. (fsd) Archivfoto: Schmidt-Hagemeyer

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