Wasserkraftanlage am Mühlengraben soll noch dieses Jahr Wirklichkeit werden

Bald rollt Rad am Rathaus

Bretterverschlag: Hier soll die Wasserkraftanlage gebaut werden. Links der Rathaus-Anbau, rechts die St.-Johannis-Kirche.

Uslar. Seit Jahren wird über den Mühlengraben am Alten Rathaus geredet und diskutiert. Die Ecke mit dem tiefen Einlaufschacht – früher floss das Wasser über Kaskaden – sollte schon lange gemacht werden. Bei den Politikern herrschte Einigkeit: Eine Wasserkraftanlage sollte dazu kommen.

Passiert ist seit der Sanierung des Rathauses und der Entstehung des Anbaus rein äußerlich aber nichts – außer, dass ein Bretterverschlag den Anblick verhindert und davor schützen soll, dass Menschen in den tiefen Schacht fallen können.

Jetzt kommt allerdings Bewegung ins Spiel: Die Stadt und die Stadtwerke haben einen Vertrag abgeschlossen über den Bau und den Betrieb einer Wasserkraftanlage an der genannten Stelle. Denn die Politiker fordern schon lange eine entsprechende Nutzung des Mühlengrabens. Und das Projekt soll in diesem Jahr höchstwahrscheinlich verwirklicht werden.

Mit dem so genannten Gestattungsvertrag erlaubt die Stadt den Stadtwerken „auf eigene Kosten und in eigener Verantwortung, eine Wasserkraftanlage zu installieren und zu betreiben“. „Dazu gehören auch eine stadtbildgerechte Einhausung und schallschutztechnische Maßnahmen“, steht in dem Vertrag.

Darüber hinaus ist verankert, dass Denkmalschutz-Vorgaben einzuhalten sind. Festgehalten ist ferner, dass die Stadt sich an dem Projekt mit einem Zuschuss von 30 000 Euro aus der Städtebauförderung beteiligt.

Bei der Wasserkraftanlage ist der Bau eines so genannten oberschlächtigen Wasserrades geplant. Das bedeutet, dass das Wasser aus dem Mühlengraben zwischen Rathaus und der Stadtbücherei auf ein Wasserrad geleitet und so in Bewegung gesetzt wird.

Zeitplan: Noch dieses Jahr

Zum Zeitplan für das Projekt sagte Martin Adolph, Geschäftsführer der Stadtwerke Uslar GmbH am Mittwoch auf Anfrage, dass der Vertrag unterzeichnet und das Projekt in diesem Jahr verwirklicht werde. Das ist jedenfalls das angestrebte Ziel.

Der Zeitplan hänge jedoch im wesentlichen von der wasserrechtlichen Genehmigung ab. Dieser Antrag ist über den Landkreis eingereicht worden und ist wegen der Wasserkraftanlage erforderlich, erläuterte Geschäftsführer Adolph.

Die Stadtwerke bringen sich auch finanziell ein: Sie bauen das Wasserrad, die Elektroinstallationen und stellen Strom her. Kostenpunkt bis zur Stromerzeugung: 60 000 Euro.

Wichtig ist dem Stadtwerkechef auch, dass dem Schallschutz Rechnung getragen werde. Und: Optisch wird das Projekt auf jeden Fall eine Verbesserung und damit auch endlich ein Abschluss des Gesamtprojekts Rathaus-Sanierung. (fsd)

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