Beim Neujahrsrasieren in Bollensen gab es Kuchen und Schnaps vorm Jubiläum

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Die wichtigste Aktion: Die symbolische Rasur steht im Mittelpunkt beim Neujahrsrasieren in Bollensen. Hier ist Achim Büermann an der Reihe.

Bollensen. Die Neujahrsrasierer in Bollensen schnappten sich am Neujahrsabend im Albert-Wegener-Gemeinschaftshaus nicht nur die Männer, um sie symbolisch zu rasieren.

Sie gaben diesmal auch einen aus. Dirk Hilke vom gastgebenden Junggesellenverein brachte dem Publikum beim traditionellen Neujahrsrasieren Kuchen mit essbaren Visitenkarten und Kurze (kleine Schnapsfläschchen), später sogar Bier. 

Grund: Der Junggesellenverein rührte gleich bei der ersten Veranstaltung im neuen Jahr kräftig die Werbetrommel für seine 60-Jahr-Feier im August. Und mit dem zusätzlichen Mann Dirk Hilke im Trupp der Neujahrsraiserer erregten sie sogleich die erhoffte Aufmerksamkeit.

Denn üblicherweise ist die maskierte Gruppe mit sieben Personen zahlenmäßig genau festgelegt, die den alten Bollenser Brauch am Neujahrstag zelebriert und anonym bleibt. Während der Clown (diesmal dargestellt von Michael Kirchhoff) durchs Publikum tanzt und Schabernack treibt, bestimmt der Polizist (Frank Kirchhoff) die Männer, die von den beiden Rasierern (Gottfried Exner und Sven Korte) in die Mangel genommen werden, während Fegemann und  -frau sowie Fegemädchen (Vivian Hoffmann, Shannon Brauns und Michelle Schormann) die „Bartstoppeln“ beseitigen. Hinter der ganzen Sache steckt die symbolische Aufnahme junger Leute (früher die Konfirmanden) in den Kreis der Erwachsenen.

Dreimal tritt die Truppe, um die sich wieder Daniel Voges unter Mithilfe von Julia Schietzoldt kümmerte, beim Neujahrsrasieren auf. Zum Schluss gibt es das festgelegte Ritual, dass der Junggesellen-Präsident Lukas Bauer, an die Reihe kommt, bevor die Gruppe sich den Clown vornimmt, um ihm das Hinterteil zu rasieren. Das ist der Höhepunkt der nach wie vor beliebten und weithin einzigartigen Brauchtumsveranstaltung.

Manni Schmelz machte Musik

Wie immer schloss sich ein Tanzabend an. Für die Musik sorgte Bollensens Lieblings-Alleinunterhalter Manni Schmelz (Lohfelden).

Wie beliebt das Neujahrsrasieren ist, zeigte, dass selbst am Neujahrsabend, dem dieses Jahr sogleich ein Arbeitstag folgte, jede Menge Besucher ins Gemeinschaftshaus kamen, um mitzufeiern. Junggesellen-Chef Bauer, der das Publikum begrüßte, wertete die große Resonanz als positives Zeichen im Jubiläumsjahr.

Er erinnerte aber auch an den Verlust von zwei besonderen Mitgliedern: 2016 verstarben Ehrenmitglied Heinrich Schormann und Edmund Koniecki, der das Neujahrsrasieren jahrzehntelang prägte. 

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