Berufsförderzentrum Uslar konzentriert alle Einrichtungen an der Auschnippe

Neue Gesichter im Berufsförderzentrum: Catrin Henne ist Schneidermeisterin und baut die Textil- und Designwerkstatt auf. Leiter Heinz Rickert (links) freut sich über den Zuwachs, zu dem auch Martin Schlemme gehört, der die Teilnehmer in der Holz- und Bautischlerei anleiten wird. Foto: Porath

Uslar. Anspruchsvoll und unsicher sind Adjektive, die heute den Arbeitsmarkt beschreiben. Da kommt nicht jeder mit. Wer Glück hat, begegnet Heinz Rickert und seinem Team vom Berufsförderzentrum in Uslar, besser bekannt als Jugendwerkstatt Steimke. Sie eröffnen mit Weiterbildung und praktischer Arbeit vielen Menschen einen Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Das geht nicht ohne Kooperationspartner aus der regionalen Wirtschaft. Ihnen gilt die Dankeschön-Feier, die jetzt zum achten Mal im Grashaus im Jugendcamp des Albert-Schweitzer-Familienwerks stattfand.

Heinz Rickert, Leiter des Uslarer Berufsförderzentrum, das zum Albert-Schweitzer-Familienwerk gehört, würdigte das Engagement der Partner, darunter Handwerksbetriebe und Dienstleister. Viele Teilnehmer aus dem Berufsförderzentrum hätten keine geradlinigen Lebensläufe und es deshalb schwer, Fuß zu fassen. Allein in den Werkstätten der Einrichtung könne man den ersten Arbeitsmarkt nicht abbilden, dazu seien Praktika in den Betrieben unerlässlich.

Rickert erinnerte daran, dass es in Deutschland zwar 43 Millionen Arbeitsverträge gebe, aber nur 24 Millionen feste Vollzeitarbeitsplätze. Viele Teilnehmer des Berufsförderzentrums hätten über Zeitarbeitsfirmen eine feste Stelle gefunden.

Neue Werkstatt

Aktuell brumme die Konjunktur. Deshalb habe das Berufsförderzentrum zwar weniger Teilnehmer, die dafür aber schwerer zu vermitteln seien. Einige würden drei bis vier Anläufe brauchen, bis sie dauerhaft im ersten Arbeitsmarkt ankommen, berichtete Rickert. Das Jahr 2016 hat für die Einrichtung viele Veränderungen gebracht, zog der Einrichtungsleiter vor den 50 Gästen Bilanz. Neu ist die Design- und Textilwerkstatt mit zwölf Arbeitsplätzen. Sie wird geleitet von Schneidermeisterin Catrin Henne, die Rickert aus einer Göttinger Einrichtung abwerben konnte.

Neu dabei ist auch Martin Schlemme, der das Team der Bau- und Holztischlerei ergänzt. Zudem ist noch ein Umzug geplant. Alle bislang an der Gerhart-Hauptmann-Straße angesiedelten Bereiche wie die Schulungsräume und Textilwerkstatt ziehen um auf das Gelände der früheren Möbelfirma Ilse an der Auschnippe. Der Vorteil sei, so Rickert, dass sich an dem Standort bereits die Werkstatt befinde und man alles an einem Platz habe.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Heinz Rickert an Wilfried Vendt erinnert, der ursprünglich die Idee zu der Dankeschön-Feier hatte und sie jedes Jahr organisierte.

Erinnerung an Wilfried Vendt

Der ehemalige Lehrer arbeitete als Vermittlungs- und Integrationscoach im Berufsförderzentrum und war im letzten Jahr überraschend verstorben.

„Das wird für mich immer Willis Abend bleiben“, sagte Heinz Rickert und sorgte damit für einen besinnlichen Moment bei allen Gästen, die Vendt ebenfalls kannten. (zyp)

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