Berufsschüler schicken Ballon von Schönhagen bis in die Stratosphäre

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Startphase: Der Wetterballon von Michael Wand (unterm Ballon, zweiter von links) und Marco Diedrich (rechts daneben) wird vorbereitet, rechts Dritt- und Viertklässler aus dem Ahletal.

Schönhagen. Bei Martin Wilksch in Schönhagen sah es am Mittwoch nach einer Gartenparty mit viel Sonnenschein aus. Kinder saßen auf dem Rasen, Jugendliche grillten, Erwachsene unterhielten sich.

Mittendrin tüftelten Marco Diedrich (Göttingen) und Michael Wand (Teistungen) an zunächst nicht identifizierbaren Objekten, die später als Wetterballon mit Sonde vom Garten abhoben.

Und um den Ballon ging es an diesem Tag: Er war das Abschlussprojekt der beiden Berufsschüler von der BBS II Göttingen (Godehardstraße). Die Zuschauer-Kinder waren die Dritt- und Viertklässler der örtlichen Grundschule, und die Jugendlichen am Grill die Klassenkameraden der Wetterballon-Bastler. Martin Wilksch ist ihr Klassenlehrer, der seinen Garten als Startplatz und für das anschließenden Abschlussgrillen zur Verfügung gestellt hatte.

Bis in die Stratosphäre

Um es vorwegzunehmen: Das Projekt war ein Erfolg. Der Ballon flog fast 30 Kilometer hoch in die Stratosphäre, platzte und landetet mit Hilfe eines Fallschirms bei Seesen, wo ihn die Berufsschüler dank GPS fanden. Und die Sonde lieferte alle erwarteten Daten.

Die erreichte Höhe beträgt laut Datenlogger 28.600 Meter, berichteten sie, nachdem sie den Ballon bei Bornhausen nahe Seesen an der Autobahn gefunden hatten. Die tiefste Temperatur lag außerhalb der Sonde bei minus 40  Grad und innerhalb der Sonde bei noch 12 Grad.

Die Flugroute verlief nach einem kleinen Bogen über Uslar nordöstlich über Einbeck Richtung Seesen. Leider fehlten einige GPS-Koordinaten, wodurch sich ein Teil der Strecke nicht ganz nachvollziehen lässt, bedauerten die beiden Berufsschüler.

Allerdings haben sie ein Video vom Flug, der von zwei Kameras an Bord aufgezeichnet wurde. Beiden waren absolut glücklich über den Verlauf. Denn vorher hatten sie nicht nur mit Vorbereitungen und präzisen Planungen 160 Stunden Arbeit investiert. Das Genehmigungsverfahren für den Ballonflug kam als besondere Herausforderung hinzu und endete schließlich mit der Freigabe vom Landesverkehrsministerium.

Sonde prallte gegen Giebel

Beinahe wäre das Projekt schon kurz nach dem Start gescheitert: Der Wind hatte die Sonde gegen eine Gebäudewand in der Nachbarschaft gedrückt. Doch der Ballonanhang war gut gepolstert.

Klassenlehrer Martin Wilksch freute sich mit den erfolgreichen Schülern, vor allem aber lobte er die hohe Motivation aller bei den Abschlussprojekten. (fsd)

Berufsschüler starten in Schönhagen Ballon in die Stratosphäre

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