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250 Teilnehmer kamen zur Mahnwache vors Alte Rathaus in Uslar

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Zur Mahnwache vor dem Alten Rathaus in Uslar kamen am Samstag gut 250 Teilnehmer. Bürgermeister Torsten Bauer (links) und die Kirchen hatten dazu aufgerufen.
Zur Mahnwache vor dem Alten Rathaus in Uslar kamen am Samstag gut 250 Teilnehmer. Bürgermeister Torsten Bauer (links) und die Kirchen hatten dazu aufgerufen. © Frank Schneider

Mahnwache, Friedensandachten und besondere Aktionen prägten das Wochenende in Uslar/Bodenfelde. Grund ist der Ukraine-Krieg.

Uslar/Verliehausen – Der Krieg in der Ukraine bereitet den Menschen Angst und Sorgen. Das war bei den Friedensandachten in den Kirchen und der Mahnwache vor dem Alten Rathaus in Uslar zu spüren. Allein in Uslar kamen über 250 Teilnehmer, um den Aufruf nach Beendigung des Konfliktes zu unterstützen.

Die Resonanz war so groß, dass Uslars Polizeichefin Cornelia Klausch vorsorglich um kurz vor 18 Uhr die Kurze und die Lange Straße absperren ließ. Die Leiterin des Polizeikommissariats sprach von einem wichtigen Signal, dass so viele Menschen dem Aufruf von Uslars Bürgermeister Torsten Bauer und der Kirchen folgten und war deshalb auch selbst mit ihren Kollegen vor Ort.

Bürgermeister Bauer sagte, dass man auch in Uslar mit der Mahnwache ein Zeichen setzten wolle gegen diesen Wahnsinn: „Wir wollen die Geschehnisse nicht kommentarlos hinnehmen, sondern wir wollen zeigen, dass wir uns für Frieden und Freiheit einsetzen. Wir erklären uns mit der Ukraine solidarisch. Wir wollen keinen Krieg in Europa.“ Die Mahnwache-Besucher applaudierten. Bauer forderte ein entschlossenes Auftreten auch von der Staatengemeinschaft gegen die russische Aggression, um diese umgehend zu stoppen.

Der Bürgermeister kündigte an, dass Uslar der Organisation „Bürgermeister für den Frieden“ beitrete, die 1982 von dem damaligen Bürgermeister von Hiroshima mit gegründet wurde, um die weltweite Friedensarbeit zu unterstützen. Er rief auf, auf allen Ebenen und mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten beherzt für den Frieden einzutreten. Bauer nannte die große Resonanz bei der Mahnwache ein eindrucksvolles Zeichen aus Uslar.

Im Anschluss sprachen die Pastoren Max Apel von der evangelisch-lutherischen Gemeinde und Klaus-Peter Marquaß von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde sowie Eveline Henze von der katholischen St.-Konrad-Gemeinde Uslar ein Friedensgebet. Sie forderten das Ende des Krieges und beteten für die Opfer. Begleitet wurde die Mahnwache vom Geläut vieler Kirchen.

Schon am Freitagabend waren 50 Personen verschiedener Konfessionen und aller Altersgruppen in die St.-Johannis-Kirche gekommen, um gemeinsam für den Frieden zu beten. Geleitet wurde die Friedensandacht von Pastor Max Apel.

Kurz bevor Kantor Ole Hesprich nach dem Gebet das Lied „Gib Frieden, Herr, gib Frieden“ intonierte, gab es für die in der Kirche sitzenden Menschen einen zusätzlichen Gänsehautmoment. Durch die offenen Türen drang das laute Gekreisch der Vögel in die Kirche, die sich in den hohen Bäumen im angrenzenden Schlosspark niedergelassen hatten.

Für die Lesung, gehalten von Angelika Marten, hatte Apel einen Text der Hoffnung aus dem Matthäus-Evangelium ausgesucht. Im Fürbittengebet sprach Pastor Klaus Marquaß von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde das Gefühl der Hilf- und Machtlosigkeit angesichts des Konflikts an.

Sabine Nerger vom Kirchenvorstand der St.-Johannis-Gemeinde betonte den unschätzbaren Wert des Friedens, der jetzt besonders deutlich werde. Stellvertretend für die Gemeinde forderte sie die Machthaber Russlands auf, den Weg des Krieges zu verlassen. Pastor Max Apel drückte die Bitte und Hoffnung aus, dass Mitgefühl statt Lügen, Bevormundung und Krieg die Zukunft prägen möge.

In Verliehausen entstand zwischen dem Ortsrat und der Kirche eine spontane Idee: Ortsbürgermeister Friedbert Leßner war gerade mit Gleichgesinnten dabei, Obstbäume in der Feldmark am Lichtenberg zu pflanzen, als ihm die Idee kam, dass dieses positive Erlebnis angesichts des Krieges in der Ukraine, mit anderen als Friedenssymbol zu teilen. Pastorin Rita Sennert reagierte am Samstagabend spontan und verlegte den in Verliehausen geplanten Gottesdienst von der Kirche auf den Lichtenberg. Sie betete mit den 20 Besuchern darum, den Bruder-Krieg zu beenden. Axel Groffmann spielte zum Auftakt sein Friedenslied. Hinterher wurden symbolisch Apfelbäume gepflanzt und der Rückmarsch ins Dorf als Friedensspaziergang deklariert. (zyp/fsd)

Eine Friedensandacht fand am Sonntagvormittag auf dem Lichtenberg oberhalb Verliehausens statt. Hinterher wurden vom Ortsrat Apfelbäume als Friedenssymbole gepflanzt.
Eine Friedensandacht fand am Sonntagvormittag auf dem Lichtenberg oberhalb Verliehausens statt. Hinterher wurden vom Ortsrat Apfelbäume als Friedenssymbole gepflanzt. © Frank Schneider
In die St.-Johannis-Kirche in Uslar kamen am Freitag zur ersten ökumenischen Friedensandacht anlässlich des Ukraine-Krieges 50 Besucher.
In die St.-Johannis-Kirche in Uslar kamen am Freitag zur ersten ökumenischen Friedensandacht anlässlich des Ukraine-Krieges 50 Besucher. © Gudrun Porath
Zum Abschluss der Mahnwache vor dem Alten Rathaus in Uslar stellten einige Besucher Friedenslichter auf die Treppe.
Zum Abschluss der Mahnwache vor dem Alten Rathaus in Uslar stellten einige Besucher Friedenslichter auf die Treppe. © Frank Schneider

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