Delegation des Uslarer Forums Kinderarmut spricht mit Bundestagsabgeordneten

Bildungspaket für Politiker

Zum Erinnerungsfoto stellten sich die Vertreter des Uslarer Forums Kinderarmut vor dem Deutschen Bundestag in Berlin auf. Rechts ist Hauptinitiatorin Melanie Schmidt vom Diakonischen Werk zu sehen. Foto: Privat/nh

Uslar/Berlin. Vertreter des Uslarer Forums Kinderarmut waren jetzt in Berlin. Dort konfrontierte die zwölfköpfige Delegation mehrere Bundestagsabgeordnete mit den Problemen des Bildungs- und Teilhabepakets. Dieses ist für Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringen Einkommen gedacht.

Fünf Mitglieder des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales hörten sich an, dass es einen erheblichen Reformbedarf des Bildungs- und Teilhabepaketes gibt. „Es ist uns gelungen, mit persönlichen Erfahrungsberichten und fundierten Recherchen der Situation im Landkreis Northeim aufzuzeigen, dass dringender Handlungsbedarf besteht“, berichtet Forums-Mitarbeiterin Melanie Schmidt.

Ergebnis: „Uns sind Flügel gewachsen“, beschreibt Melanie Schmidt die Gefühle der Abordnung nach der Rückkehr aus der Bundeshauptstadt. Sie sind sicher, dass sich die Abgeordneten der Sache annehmen werden.

Die Forums-Vertreter verlangten von den Bundestagsabgeordneten Rückmeldungen. Als Erinnerung erhielten die Abgeordneten das Uslarer Bildungspaket für Politiker (wir berichteten). Darin sind Berichte und Ergebnisse der bundesweiten Recherche des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland enthalten. Zwei Politiker haben bereits drei Tage nach dem Gespräch die zugesagte Rückmeldung abgegeben.

Die Abgeordnete Jutta Krellmann (Die Linke/Hameln) sprach von einem hochaktuellen Thema. Neben Krellmann waren Frank Heinrich (CDU/CSU), Gabriele Hiller-Ohm (SPD), Markus Kurt (Die Grünen) und Pascal Kober (FDP) die Gesprächspartner der Uslarer Delegation.

Politiker sind empört

Empörung rief bei den Politikern hervor, als sie erfuhren, dass das nicht verbrauchte Geld des Bildungs- und Teilhabepaketes im vergangenen Jahr in die Defizithaushalte der kommunalen Träger geflossen seien. Im Landkreis Northeim sind so laut Melanie Schmidt 660 000 Euro in den normalen Schuldenhaushalt eingegangen.

Das Gespräch habe die Akteure darin bestärkt und ermutigt, sich weiterhin sozialpolitisch zu engagieren und Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern zu suchen.

Motiviert wurden die Uslarer von 45 Personen aus Projekten der Bürgerbeteiligungsmethode „Community Organizing“: Das Forum Kinderarmut hatte das Gespräch im Bundestag als Höhepunkt der Jahrestagung des Vereins Forum Community Organizing (FOCO) organisiert. Dabei tauschten sich acht Projekte aus Deutschland zwei Tage lang über ihre Erfahrungen aus. (red/jdx)

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